Shotwell – Bilderverwaltung für den GNOME Desktop

4. Dezember 2009 FERNmann Kommentieren

Seit ich Ubuntu als Hauptsystem nutze (~ halbes Jahr) bin ich auf der Suche nach einer schönen Bildverwaltungssoftware. Picasa kannte ich ja von der Windows-Welt her. Die Linux-Version davon hat es nie über die Beta-Phase hinausgeschafft und wird laut Google auch nicht mehr weiterentwickelt. digiKam, die KDE-Fotoverwaltung, reicht vom Funktionsumfang zwar vollkommen aus, die Bedienung sagte mir aber nicht zu. Solang produzierte bei mir Abstürze am laufenden Band und um gThumb scheint sich ja niemand mehr zu kümmern. Bisher habe ich mich mit F-Spot arrangiert, dass zwar seine Arbeit, diese aber nur sehr zäh tut.

Dann las ich erstmals den Namen Shotwell. Shotwell ist eine an Apples iPhoto anglehnte, in Vala geschriebene GTK-Bildverwaltung. Fotos werden in sogenannten Events verwaltet und können gedreht, beschnitten und  angepasst werden. Eine Rote-Augen korrektur ist ebenfalls implementiert.

Die Installation unter Ubuntu geschieht über ein PPA

$ sudo add-apt-repository ppa:yorba/ppa
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install shotwell

Für andere Distributionen steht auf der Homepage des Projekts der Sourcecode zum Download bereit.

Fazit: Shotwell macht für sein frühes Entwicklungsstadium einen guten Eindruck, vorallem die Geschwindigkeit ist im Vergleich zu F-Spot recht flott. Leider fehlen noch elementare Funktionen (z.B werden nur JPEGs unterstützt) und wahrscheinlich sind auch noch haufenweise Bugs vorhanden. Umso mehr freue ich mich auf den Zeitpunkt, an dem Shotwell Finalstatus erreichen wird. So ein iPhoto für Linux wäre schon ziemlich nett.

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VirtualBox 3.1 erschienen

3. Dezember 2009 FERNmann Kommentieren

Sun hat mal wieder ein Major-Update für die beliebte Virtualisierungssoftware VirtualBox rausgebracht. Neu sind diesmal die Teleportations. Damit ist  es möglich, eine VM von einem Host auf einen anderen Host im Netzwerk über TCP/IP „rüberzubeamen“. Allerdings gibt es da ein paar Einschränkungen, die man der Manual entnehmen kann. VMs können nun auf beliebige Snapshots zuückgesetzt werden und nicht nur auf den letzten, die 2D-Beschleunigung des Hosts wird beim Abspielen von Videos bei Windows-Gastsystemen benutzt und die Performance bei PAE und x86_64 Systemen wurde verbessert. Weiterhin wird EFI experimentell unterstützt (nein, Mac OS X lässt sich damit nicht als Gastsystem nutzen).

[vollständiger Changelog]

Kurzum, VirtualBox hat wieder einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. Als ich VirtualBox das erste mal ausprobierte gehörte es noch zu InnoTek und trug die Versionsnummer 0.4. Hier macht sich die Evolution deutlich bemerkbar.

Um VirtualBox unter Ubuntu zu nutzen, muss erst Suns Paketquelle sowie der passende GnuPG-Key zinzugefügt werden:

$ sudo -s
# echo 'deb http://download.virtualbox.org/virtualbox/debian karmic non-free'
  >> /etc /apt/sources.list.d/virtualbox.list
# wget -q http://download.virtualbox.org/virtualbox/debian/sun_vbox.asc -O- |
  apt-key add -
# apt-get update
# apt-get install virtualbox-3.1
# adduser $USER vboxusers
# exit

Wenn bereits eine ältere VirtualBox-Version über diese Quelle installiert wurde, dann wird diese durch die neue Version ersetzt. Die bereits vorhanden VMs bleiben natürlich erhalten, da sie ja in ~/.VirtualBox abgelegt werden. Die Gasterweiterungen müsst ihr übrigens neu installieren, falls ihr die neuen Funktionen nutzen wollt.

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Audio-Dateien umwandeln unter Ubuntu mit SoundConverter

27. November 2009 FERNmann Kommentieren

Sicherlich steht jeder irgendwann einmal vor dem Problem, dass von einer CD gerippte Tracks im falschen Format vorliegen. iTunes bespielsweise encodiert per default gerne in AAC – obwohl man ja meistens MP3 möchte oder braucht. Vor so einem Problem stand ich neulich auch. Also mal schnell in die Paketquellen von Ubuntu geschaut und das GTK-Programm Sound Converter gefunden. Dateien (oder ganze Ordner) auswählen, Einstellungen treffen, Umwandeln klicken und sich nen Kaffee holen.

Manchmal sind die einfachsten Programme die besten.

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Conduit – Synchronisationszentrale für GNOME

26. November 2009 FERNmann Kommentieren

Heutzutage besitzt ja eigentlich fast jeder einen Zweitrechner, ein Mobiltelefon, gefühlt hunderte von USB-Sticks und nutzt diverse Onlinedienste. Daten liegen jetzt immer als Duplikate auf verschiedenen Datenträgern und werden auch von verschiedenen Stellen aus geändert, was die Notwendigkeit der Synchronisierung ergibt.

Natürlich existiert für nahezu jedes Use Case irgendein Tool. Allerdings ist es sehr aufwändig, für die eigentlich gleiche Aufgabe, nämlich das Synchronisieren von Daten unterschiedliche Tools zu verwenden, bloß weil die Datentypen unterschiedlich sind. E-Mails und Termine synct man z.B mit Microsoft Exchange, Quelltexte mit Versionsverwaltungssystemen, Musik und Videos z.B mit iTunes oder gtkpod, Backups macht man mit rsync, seine Fotos veröffentlicht man mit z.B mit iPhoto, Firefox-Bookmarks werden mit Xmarks synchronisiert usw. Hier setzt Conduit an, Ziel ist es, alle Synchronisationsaufgaben in einer Anwendung verwalten zu können. Dabei sollen jedoch die normalen Anwendungen, die man sonst so benutzt, weiterverwendet werden, Conduit gibt nur eine Übersicht, das synchronisieren übernehmen sogar teilweise die Anwendungen selbst, sie werden lediglich über DBus angestupst.

Unter Ubuntu befindet sich Conduit in den Paketquellen.

$ sudo apt-get install conduit

Nach dem Start der Anwendung erhält man in seiner Sidebar Informationen über die vorhandenen Datenquellen. Dies kann bei jedem von euch variieren, je nachdem, was für Anwendungen ihr installiert habt. Mit Pfeilen wird dann verdeutlicht, was mit was synchronisiert wird.

In diesem Screenshot sieht man drei Synchronisationsgruppen: Einmal eine F-Spot Library, die sowohl mit Facebook als auch mit Flickr gesynct wird. Bei der zweiten Gruppe werden alle Dateien auf dem Desktop mit einem Box.net-Account synchronisiert und umgekehrt, während beim dritten alle Tomboy-Notizen mit Backpack-Notes in eine Richtung gespiegelt werden.

In der Titelleiste des Fensters steht allerdings nicht umsonst „Development Version“, denn die aktuelle 0.3.16 stellt lediglich eine Vorschau auf das da, was Conduit später mal können wird. Ich könnte mir Conduit als zenralen Synchronisationsdaemon vorstellen, der den eigentlichen Programmen die (Konfigurations-)Arbeit in punkto Synchronisation abnimmt. Im nächsten Schritt könnte man dann auch noch erfassen, ob die Daten auch für andere Leute einsehbar sind und wenn ja, für welche Leute genau. Am Ende hätte man dann eine vollständige Datenbank. mit der man den Überblick über alle seine Daten, die irgendwo bei irgendwem gespeichert sind behalten und verwalten kann. Gerade in der heutigen Zeit ist das sicher nicht von Nachteil ;-)

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HowTo: iPhone OS 3.x-Geräte unter Linux mit gtkpod synchronisieren

22. November 2009 FERNmann 40 Kommentare

Endlich endlich endlich. Wie lang haben wir, die Linux-Nutzer und iPhone/iPod touch Besitzer zugleich sind, darauf gewartet, unser Gerät mit dem nun gar nicht mehr so neuen iPhone OS 3.0/3.1 zu synchronisieren. Bisher musste man sich mit Lösungen wie PwnPlayer oder VirtualBox behelfen, doch dies hat nun ein Ende, denn jetzt lässt sich Musik mithilfe von gtkpod direkt in die iTunesCDB synchronisieren, was heißt, dass die Dateien mit den nativen Programmen „Musik“ und „Videos“ („iPod“ beim iPhone) abgespielt werden können, inklusive CoverFlow, Schüttelfunktionen usw, so, als würde man ganz normal mit iTunes syncen.

Der Hacker Marcan beschreibt in einem Blogeintrag, wie man mit den aktuellen iPhone-Linux-Bibliotheken das iPhone/den iPod touch mounten und Zugriff auf die iTunesCDB erlangen kann. Das ganze ist noch etwas frickelig, man muss einiges selbst kompilieren, und da hier die allerneuesten Alphaversionen eingesetzt werden, sind sicher noch etliche Bugs vorhanden.

Ich hab das ganze unter Ubuntu 9.10 „Karmic Koala“ und einem iPod touch der 1.Generation mit OS 3.1.2 getestet und es funktioniert soweit super. Allerdings sollte man den Kram nur ausprobieren, wenn man bereits ein wenig Erfahrung mit Linux hat, da man hier leicht etwas kaputt machen kann. Es ist nicht unwahrscheinlich, das die hier aufgeführten Tools in der nächsten Ubuntu-Version (also Lucid Lynx) als Paket zur Verfügung stehen oder die Synchronisation out-of-box in Banshee, AmaroK oder Rhythmbox funktionieren wird. Einige Anmerkungen:

  • Installiert man die iPhone-Pakete über die Paketverwaltung, so sollte man nicht vergessen, auch die Development-Headers fürs kompilieren mitzuinstallieren, also die Dinge, die auf -dev enden.
  • Man sollte sein iPhone bereits einmal mit iTunes synchronisiert haben, damit eine iTunesCDB vorhanden ist.

Legen wir los. Als erstes braucht man natürlich die Standard-Tools, wie make, gcc und git, die man sich via apt-get besorgt:

$ sudo apt-get install build-essential cmake git-core checkinstall

Dann benötigen wir spezielle iPhone-Pakete. Für Ubuntu existiert eine Paketquelle. Unter System->Systemverwaltung->Software-Paketquellen fügt man folgenden Eintrag hinzu:

ppa:jonabeck/ppa

Nach einem

$ sudo apt-get update

kann man die iPhone-Tools installieren:

$ sudo apt-get install ifuse libiphone0 libiphone-dev
libplist0 libplist-dev libusb-1.0-0 libusb-1.0-0-dev
libusbmux0 libusbmux-dev

Und sicherstellen, dass der aktuelle User der Gruppe fuse zugehörig ist:

$ sudo adduser $USER fuse

Nun benötigen wir eine weitere Komponente: Die Bibliothek libgpod. Diese ist zwar in den Ubuntu-Quellen enthalten, allerdings nur in der Version 0.7.2. Deshalb müssen wir die Version 0.7.3 ohne unsere Kuschel-Paketverwaltung selbst kompilieren. Nach Entferunung der alten libgpod-Version…

$ sudo apt-get remove --purge libgpod4 libgpod-common

…kann die neue Version installiert werden:

$ git clone git://gitorious.org/~teuf/libgpod/teuf-sandbox.git
$ cd teuf-sandbox
$ CFLAGS="-g -O0" sh autogen.sh --prefix=/usr
$ make
$ sudo checkinstall

Hier gilt es, die Bildschirmausgaben genau zu lesen und fehlende Pakete über die Paketverwaltung nachzuinstallieren (nicht die Development-Headers vergessen!). Beim checkinstall-Assistent muss als Name „libgpod4″ und als Version „0.7.3GIT“ angegeben werden.

Hat alles geklappt, sollte man jetzt sein Gerät anschließen und es mounten:

$ sudo mkdir /media/iPod
$ sudo ifuse /media/iPod
$ sudo mkdir /media/iPod/iTunes_Control/Device

Damit das iPhone bzw. der iPod mit gtkpod verwendet werden kann, muss noch die UUID herausgefunden werden:

$ lsusb -v | grep -i iSerial

Im Konsolen-Output sollte jetzt eine 40-stellige Nummer zufinden sein. Diese brauchen wir für den nächsten Befehl:

$ tools/ipod-read-sysinfo-extended <UUID> <mountpoint>

Wenn im Verzeichnis /media/iPod/iTunes_Control/Device die XML-Datei SysInfoExtended auffindbar ist, kann man gtkpod öffnen. Ist gtkpod noch nicht installiert, reicht ein

$ sudo apt-get install gtkpod

um sich das Programm auf die Platte zu holen. Nach dem Start euer Modell auswählen, Songs hinzufügen und auf „Änderungen sichern“ klicken. Auf dem Bildschirm des iPhones bzw. des iPods sollte jetzt eine „Synchronisieren“ Meldung erscheinen, wie man sie von iTunes her kennt. Nach dem Start des Musik-Players ließt er die Datenbank neu ein, hier muss man ein wenig Geduld haben. Dies liegt daran, dass die iTunesCDB eigentlich nur von iTunes zur Synchronisation verwendet wird. Intern verwendet der iPod eine SQLite-Datenbank.

Und jetzt heißt es abtanzen!

Chromium OS in der VirtualBox testen

20. November 2009 FERNmann Kommentieren

Im Web reden im Moment alle über Chromium OS. Sauschnell starten soll es, auf dem Linux-Kernel basieren und das nächste große Ding werden – made by Google. Das Betriebsystem besteht nur auf einem Chrome-Browser, mit dem man alle Aufgaben mithilfe von Webanwendungen erledigen soll, hauptsächlich auf Netbooks.

Hauptmerkmale von Chromium OS sollen sein:

  • Schnelligkeit: Das OS bootet  innerhalb weniger Sekunden, da ausschließlich SSDs untersüttzt werden und die Hardwareinitialisierung weggelassen wird
  • Sicherheit: Beim Booten wird sämtlicher Code überprüft. Stimmt er nicht mit der Signatur überein, so werden automatisch Kopien der betroffenen Komponenten aus dem Netz geladen und ersetzt (Verified Boot Process)
  • Webanwendungen: Normale Anwendungen soll es nicht geben. Alles findet im Web statt, alle Daten werden auf Google-Servern abgelegt. Mit dem Native Client können Webanwendungen auch hardwarebeschleunigt laufen

[mehr Infos]

    Klingt erstmal ziemlich futuristisch. Allerdings sollte sich jeder überlegen, ob man wirklich sämtliche Daten in fremde Hände geben möchte. Dadurch ist man total abhängig von Google und seinem Internetprovider, 1984 ist ein Witz dagegen. Und dieser Verified-Boot-Process ist für mich eher ein Sicherheitsverlust als ein Sicherheitsgewinn, da so völlig intransparent und ohne mein Wissen Betriebssystem-Komponenten upgedatet werden und was-weiß-ich für ein Code eingeschleußt werden kann. Weiterhin ist Chromium OS zwar Open Source, die Serveranwendungen von Google sind es jedoch nicht, und selbst wenn sie es wären habe ich auch kaum bis gar keine Kontrolle, was mit meinem Daten passiert. Besser wäre es, die Daten verschlüsselt hochzuladen, wie man das beispielsweise bei Dropbox machen kann (mit TrueCrypt).

    Auf der anderen Seite offeriert Chromium OS viele neue Möglichkeiten. Man hat keine Probleme mehr mit dem Synchronisieren von Daten, man muss sich keine Gedanken um Backups, Updates oder Malware machen, man kann leichter mit anderen kollaborativ zusammenarbeiten, da man Daten bei Bedarf einfach freizugeben braucht damit andere sie verwenden können. Somit eigentlich nur eine konsequente Weiterentwicklung der Arbeitsweisen, die wir schon heute im Web einsetzen. Egal wie’s kommt, einer wird immer dabei sein: Google.

    Wer nun also einen Blick auf Google Chromium OS werfen möchte, der kann sich über BitTorrent ein Image für VirtualBox oder VMWare ziehen. Dazu lädt man sich erstmal die Torrent-Quelldatei herunter:

    $ wget http://urlPass.com/4fuy

    Nachdem man sich das VMDK-Image mit seinem bevorzugten BotTorrent-Client heruntergeladen hat, kopiert man es sich (bei VirtualBox) nach ~/.VirtualBox/HardDisks. Nun nur noch eine Linux-2.6-Maschine erstellen, die VMDK-Datei als Festplatte auswählen und die Maschine starten.

    [via nodch.de]

    5 Google Wave Einladungen zu vergeben

    18. November 2009 FERNmann 9 Kommentare

    Mittlerweile gehöre auch ich zum Kreis derer, die einen Google Wave Account besitzen. Wie bei jeder neuen Kommunikationsform wird auch Google Wave kontrovers diskutiert, die einen halten es für eine völlige Revolution, die anderen für einen extremen Auswuchs der Reizüberflutung den eh keiner braucht. Umso mehr freue ich mich, mir selbst eine Meinung bilden zu können.

    Zuerst einmal sei gesagt, dass Google Wave sehr AJAX-lastig ist. So braucht man einen Browser, der JavaScript schnell und gut genug verarbeiten kann (womit der IE rausfliegt). Weiterhin schreibt Google die Unterstützung von HTML5 vor (womit der IE nochmal rausfliegt). Allerdings fühlte sich selbst in Firefox 3.5, bei dem beide Voraussetzungen erfüllt sind, Google Wave um einiges zäher an als im Google Chrome, der hier seine Stärken richtig ausspielen kann. Wer trotzdem den IE nutzen will (was ja durchaus verständlich ist, der Browser an sich ist ja nicht schlecht) der muss sich das Google Chrome Frame Plugin installieren. Damit wird die Engine von Chrome einfach in die IE-Oberfläche geklebt.

    Zentraler Bestandteil von Google Wave ist – wer hätte das gedacht – die Wave. Eine Wave ist quasi eine Konversation, in der man alles reinwerfen kann, was die Teilnehmer, die zu der Wave eingeladen sind, wollen. Dies kann Text sein, Bilder, Videos, Termine, Karten, YouTube-Videos usw, der Funktionsumfang kann durch Extensions erweitert werden, was durch eine API für Entwickler erreicht wird.

    Hört sich gut an, oder? Richtig spektakulär ist es dann aber doch wieder nicht. Es ist eine Kombination der Dienste, die wir eigentlich eh schon nutzen, nur eben auf eine andere Art und Weise. Ob diese Art und Weise andere Kommunikationsformen erfolgreich ergänzen oder gar ablösen wird, wird nur die Zeit zeigen. Meiner Meinung nach steckt in Google Wave einiges an Potenzial, vor allem weil es eine offene Plattform ist und sich deshalb viele kreative Köpfe Gedanken machen werden, um Google Wave um Möglichkeiten zuu erweitern, an die die ursprünglichen Entwickler gar nicht gedacht haben. So könnte man darüber modernen Unterricht an Schulen und Unis durchziehen oder Wettkämpfe darüber abhalten (gibt’s nicht schon ein Schach-Plugin für Wave?).

    Andererseits merkt man dem Dienst den Beta-Status noch deutlich an. So stürzte mein Browser ab und zu ab (hier zahlt sich  die Aufspaltung der Tabs in einzelne Prozesse bei Chrome wirklich aus), Uploads funktionieren öfters nicht und bisher habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, den Papierkorb zu leeren.

    So gesehen lässt sich noch nicht sagen, wie gut Wave von der Bevölkerung  angenommen werden wird und zu welchen Kommunikationszwecken es verwendet werden kann. Beispielsweise lässt sich Google Wave nicht zur spontanen Kommunikation nutzen. Man braucht erstmal ne Wave, man muss sich auf ein konkretes Thema festlegen, und dann muss man die Leute auch noch einladen, bis man endlich loslegen kann. Um mal jemanden spontan eine Frage zustellen oder einen interessanten Link zukommen zu lassen, ist Google Wave also eher nicht geeignet. Dafür aber für kollaboratives Arbeiten desto mehr, denn alle relevanten Infos können zentral gespeichert werden, und man weiß genau, wer darauf Zugriff hat, und das hinzufügen neuer Teilnehmer ist auch kein Problem, da man den gesamten Kommunikationsverlauf auch im Nachhinein nachvollziehen kann.

    Kommen wir nun aber – endlich – zur Überschrift. Ich wurde nämlich direkt von Google eingeladen, weil ich mich vor Ewigkeiten mal auf irgendeine Warteliste gesetzt habe. Das hat zur Folge, dass ich 8 Personen einladen darf, die ebenfalls am geschlossenen Beta-Test teilnehmen dürfen. 5 Einladungen haue ich hier auf dem Blog raus. Schreibt einfach einen „will ich unbedingt haben“ Kommentar, und hinterlegt eure E-Mail Adresse im dafür vorgesehenen Feld. Ich werde euch dann eine Einladung zukommen lassen. Wer zuerst kommt, wavet zuerst ;-) <- Alle Einladungen sind raus. Fröhliches Waven!

    Mein Google Wave ID lautet übrigens:

    fernmannblog [at] googlewave [dot] com
    

    Erster Wurm fürs iPhone im Umlauf

    9. November 2009 FERNmann Kommentieren

    Wer seinem iPhone oder seinem iPod touch einen Jailbreak verpasst hat, der wird wahrscheinlich auch einen Paketmanager wie Cydia benutzen. Beim ersten Start wird man gleich erstmal mit einem Auswahlfenster konfrontiert:

    Cydia_Filters

    Diese Modiauswahl hat natürlich einen Grund. Zwar bekommt man im Hacker- oder Entwickler-Modus mehr Pakete zur Auswahl gestellt, doch dies sind zusätzlich zu den grafischen Programmen auch Konsolenanwendungen oder auch Serverdienste. Einer dieser Serverdienste ist SSH. Mit SSH kann man über das Internet mittels einer verschlüsselten und authentifizierten Verbindung einen Rechner fernwarten. Dies ist vor allem für Serveradmins sehr nützlich und hat sich deshalb sehr gut etabliert. Allerdings lässt sich jedes Werkzeug auch missbrauchen und das ist beim iPhone jetzt passiert.

    Das Betriebssystem von iPhone und iPod touch basiert genau wie der große Bruder Mac OS X auf BSD, einem Unix-Derivat. Und wie jedes Unix-Betriebssystem hat auch das iPhone einen Root-Account welcher per Default mit dem Passwort alpine geschützt ist. Das bedeutet: Jeder kann sich auf eurem iPhone einloggen und alles damit tun was er will, wenn ihr OpenSSH installiert und das Passwort nicht geändert habt.

    Man möchte meinen, dass jeder, der SSH auf dem iPhone nutzt, ja entweder Hacker oder Entwickler ist und demnach wissen sollte, dass es keine gute Idee ist, einen Serverdienst mit Standard-Passwort laufen zu lassen ;) . Dem scheint aber nicht so zu sein. Wie apfeltalk.de berichtet, ist ein Wurm, der diese „Lücke“ ausnutzt, bereits im Umlauf. Dabei geht der Wurm ganz simpel vor. Er scannt erstmal im WLAN-Netz nach weiteren iPhones (soll im Netz von amerikanischen Unis sehr erfolgreich sein) und versucht dann, sich über SSH auf dem Standard-Port 22 mit Benutzernamen root und Passwort alpine anzumelden. Ist dies erfolgreich, legt der Wurm eine Kopie von sich auf dem infiziertem Gerät ab welches daraufhin versucht weitere Geräte zu infizieren. Ein ganz normaler Wurm eben.

    Doch gegen sowas gibt es Abhilfe. Es ist einfach eine Konfigurationssache. Zuerst einmal sollte man überprüfen, ob OpenSSH auf dem iPhone überhaupt installiert ist. Dies erreicht man, indem man in Cydia unter Verwalten auf Pakete geht und nach OpenSSH sucht. Braucht man den Dienst sowieso nicht, so kann man ihn auch gleich deinstallieren (und dadurch weniger Angriffsfläche bieten). Wenn man ihn braucht, dann sollte man schleunigst die Passwörter der Benutzer root sowie mobile ändern.

    Am besten geht dies, in dem man eine SSH-Verbindung zum iPhone herstellt. Die IP kann man unter Einstellungen->Wi-Fi-Netzwerke->SSID des Netzwerks->IP-Adresse herausfinden. Dann kann man unter Linux und Mac OS X übers Terminal und unter Windows mit Putty die Verbindung zustandebringen:

    $ ssh mobile@ip-des-iphones

    Nach dem akzeptieren des Schlüssels und der Eingabe des Standard-Passworts ist man als Benutzer mobile auf dem iPhone eingeloggt. Mit

    $ passwd mobile

    lässt sich nun das Default-Passwort für den User mobile, unter dem die grafischen Programme laufen, ändern. Nun noch die Prozedur für root. Mit

    $ su

    öffnet sich eine root-Shell. Wieder mit dem Default-Passwort alpine erlangt man root-Rechte im Systen. Den nächsten Befehl kann man sich nun denken:

    # passwd root

    Nach einem zweimaligen

    # exit
    $ exit

    wird die Verbindung unterbrochen und euer iPhone ist ein großes Stück sicherer geworden.

    Ausblick auf GNOME 3.0 mit der GNOME Shell

    29. Oktober 2009 FERNmann 4 Kommentare

    Bis zum Release von GNOME 3.0 ist’s ja nicht mehr lang hin. Entweder wird GNOME 2.30 oder 2.32 zur 3.0 – je nachdem, ob GNOME zum vorgegebenen Zeitpunkt schon fertig ist. Wer eine der neuen Funktionen in GNOME 3.0 jetzt schon ausprobieren will und bereits das heute erschienende Ubuntu 9.10 Karmic Koala benutzt, der sollte jetzt weiterlesen.

    Die Paket-Betreuer von Ubuntu haben nämlich die GNOME Shell in die Paketquellen von Karmic gepackt. Die GNOME Shell soll den bisherigen Fenstermanager Metacity ersetzen und laut den GNOME-Entwicklern neue Paradigmen in der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine ermöglichen. Dies mag etwas hochgegriffen wirken, doch die GNOME Shell führt konsequenzt Bedienansätze weiter, die teilweise schon in Compiz und GNOME Do implementiert waren. Sie ist hauptsächlich in JavaScript geschrieben und basiert auf dem Oberflächenframework Clutter, mit dem sich GUIs per OpenGL beschleunigen lassen und das man quasi als Ergänzung/Alternative zu GTK+ betrachten darf. Aber genug geredet. Die GNOME Shell lässt sich ganz normal über die Paketverwaltung installieren:

    $ sudo apt-get install gnome-shell

    Um die Shell anschließend zu starten, drückt man einfach ALT+F2. In dem sich öffnenden Fenster gibt man folgendes ein:

    gnome-shell --replace

    Danach beendet sich der normale Fenstermanager und GNOME Shell startet:

    gnome-shell-karmic

    Wie ihr sehen könnt, wird der Desktop von GNOME 3 vorraussichtlich nur noch über ein Panel verfügen. Das klassische „Anwendungen, Orte, System“ Menü wurde entfernt und durch den Knopf „Aktivitäten“ ersetzt. Klickt man darauf, wird der Desktop herrausgezoomt und auf der linken Seite eine Sidebar mit Suchfunktion eingeblendet. Mit dem großen +-Knopf lassen sich neue virtuelle Desktops erstellen, die Fenster darauf lasssen sich beliebig hin und her schieben. Rechtsklickt man auf den Benutzernamen, kommt man ins GNOME-Kontrollzentrum, in dem anscheinend in Zukunft die Einstellungen vorgenommen werden.

    Fazit: Die GNOME Shell ist – zumindest für mich – eine willkommende Verbesserung. Vor allem die Visualisierung der virtuellen Desktops gefällt mir, da ja gerade Einsteiger damit Probleme haben, weil sie z.B aus Versehen auf einen anderen Desktop wechseln und sich dann verwirrt fragen, wo denn ihre Fenster abgeblieben sind. Eure Meinung?

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    HowTo: GDM in Karmic anpassen

    28. Oktober 2009 FERNmann 3 Kommentare

    Der ein oder andere wird ihn sich bereits installiert haben: Den Release Canditate von Ubuntu 9.10 Karmic Koala. Da morgen die Final erscheint wird sich wohl jeder früher oder später mit dem neuen GDM beschäftigen müssen.

    Diese wurde nämlich komplett neu implementiert und verfügt nur noch über ein rudimentäres grafisches Konfigurationstool. Wer den GDM also an seine Wünsche anpassen möchte, der muss auf die Konsole ausweichen.

    Xsplash entfernen

    In Karmic wurde ein neuer Splashscreen eingeführt: Der sogenannte Xsplash, welcher über den X-Server ausgegeben wird. Obwohl dies eigentlich zu einem schöneren und ruckelfreieren Splashscreen führen soll, ruckelt er bei mir total und sieht zudem auch noch hässlich aus (ist halt Geschmackssache). Wer ihn also entfernen möchte, kann dies problemlos über den Paketmanager tun:

    $ sudo apt-get remove xsplash ubuntu-xsplash-artwork

    Es wird stattdessen einfach ein schwarzer Bildschirm angezeigt.

    Hintergrundbild ändern

    Das Hintergrundbild verändert man über einen gconf-Parameter:

    $ sudo -u gdm gconftool-2 -t string -s /desktop/gnome/background/picture_filename /Pfad/zu/Wallpaper

    Hierfür empfielt es sich, das Hintergrundbild irgendwo dort abzulegen, wo es auch vom User gdm gelesen werden kann, also z.B unter /usr/share/gdm.

    GTK-Thema

    Da der Login-Prompt von GDM in GTK+ implementiert wurde, lässt sich selbstverständlich auch ein Theme einstellen. Vorrausserung ist, dass das Theme systemweit installiert ist. Möchte man z.B das Theme Shiki-Colors in der blauen Version für GDM benutzen (geniales Theme übrigends, kann ich jedem empfehlen), der benutzt folgende Befehle:

    $ sudo -u gdm gconftool-2 -t string -s /apps/metacity/general/theme Shiki-Brave
    $ sudo -u gdm gconftool-2 -t string -s /desktop/gnome/interface/gtk_theme Shiki-Brave
    $ sudo -u gdm gconftool-2 -t string -s /desktop/gnome/interface/icon_theme GNOME-Brave

    Das ganze kann man auch wieder auf die Standardwerte zurücksetzen. Dafür hab ich mit der Live-CD gebootet und die dort eingestellten Werte ausgelesen:

    $ sudo -u gdm gconftool-2 -t string -s /apps/metacity/general/theme HumanLogin
    $ sudo -u gdm gconftool-2 -t string -s /desktop/gnome/interface/gtk_theme HumanLogin
    $ sudo -u gdm gconftool-2 -t string -s /desktop/gnome/interface/icon_theme HumanLoginIcons

    Mehr lässt sich meines Wissens (momentan) noch nicht einstellen. Wie gesagt, GDM wurde komplett neu implementiert und ist daher zu allen Themes etc. vom alten GDM inkompatibel. Ich frage mich, warum man nicht den alten GDM beibehalten hat. Eigentlich glaube ich, aufgeschlossen gegenüber neuem zu sein, aber in diesem Falle gab es aus meiner Sicht einfach keinen Grund für eine Neuimplementierung. Der alte GDM hat doch wunderbar funktioniert. Dafür läuft jetzt meine ATI-Grafikkarte endlich 1a – sogar besser als mit den Unstable-Treibern in Jaunty :-)

    Update:

    GDM lässt sich auch grafisch konfigurieren, indem man den Erscheinungsbild-Dialog  als User gdm ausführt (via @Perry3D):

    $ gksudo -u gdm dbus-launch gnome-appearance-properties
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