Bis zum Release von GNOME 3.0 ist’s ja nicht mehr lang hin. Entweder wird GNOME 2.30 oder 2.32 zur 3.0 – je nachdem, ob GNOME zum vorgegebenen Zeitpunkt schon fertig ist. Wer eine der neuen Funktionen in GNOME 3.0 jetzt schon ausprobieren will und bereits das heute erschienende Ubuntu 9.10 Karmic Koala benutzt, der sollte jetzt weiterlesen.
Die Paket-Betreuer von Ubuntu haben nämlich die GNOME Shell in die Paketquellen von Karmic gepackt. Die GNOME Shell soll den bisherigen Fenstermanager Metacity ersetzen und laut den GNOME-Entwicklern neue Paradigmen in der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine ermöglichen. Dies mag etwas hochgegriffen wirken, doch die GNOME Shell führt konsequenzt Bedienansätze weiter, die teilweise schon in Compiz und GNOME Do implementiert waren. Sie ist hauptsächlich in JavaScript geschrieben und basiert auf dem Oberflächenframework Clutter, mit dem sich GUIs per OpenGL beschleunigen lassen und das man quasi als Ergänzung/Alternative zu GTK+ betrachten darf. Aber genug geredet. Die GNOME Shell lässt sich ganz normal über die Paketverwaltung installieren:
$ sudo apt-get install gnome-shell
Um die Shell anschließend zu starten, drückt man einfach ALT+F2. In dem sich öffnenden Fenster gibt man folgendes ein:
gnome-shell --replace
Danach beendet sich der normale Fenstermanager und GNOME Shell startet:
Wie ihr sehen könnt, wird der Desktop von GNOME 3 vorraussichtlich nur noch über ein Panel verfügen. Das klassische „Anwendungen, Orte, System“ Menü wurde entfernt und durch den Knopf „Aktivitäten“ ersetzt. Klickt man darauf, wird der Desktop herrausgezoomt und auf der linken Seite eine Sidebar mit Suchfunktion eingeblendet. Mit dem großen +-Knopf lassen sich neue virtuelle Desktops erstellen, die Fenster darauf lasssen sich beliebig hin und her schieben. Rechtsklickt man auf den Benutzernamen, kommt man ins GNOME-Kontrollzentrum, in dem anscheinend in Zukunft die Einstellungen vorgenommen werden.
Fazit: Die GNOME Shell ist – zumindest für mich – eine willkommende Verbesserung. Vor allem die Visualisierung der virtuellen Desktops gefällt mir, da ja gerade Einsteiger damit Probleme haben, weil sie z.B aus Versehen auf einen anderen Desktop wechseln und sich dann verwirrt fragen, wo denn ihre Fenster abgeblieben sind. Eure Meinung?








