Wasp – ein GTK-Theme für Linux

Lucid Lynx rückt immer näher und da lohnt es sich, mal einen Blick auf Artworks/Incoming zu werfen. wo Themes aufgelistet werden, die Bestandteil von 10.04 werden können – vielleicht sogar als Standardtheme.

Eines davon ist Wasp, ein eher dunkles Theme, dass stark an Dust erinnert und dessen Besonderheit es ist, dass es für die verschiedenen Apps extra Konfigurationsdateien bereit hält, um Fehldarstellungen zu vermeiden oder um einfach das Aussehen weiter zu verbessern. Unter anderem existieren Anpassungen für Banshee, Brasero, Empathy, Evince, Evolution, Firefox, F-Spot, GIMP, Incskape, Nautilus und OpenOffice. Weiterhin verfügt Wasp über einen Editor, mit dem das Theme noch weiter angepasst werden kann – so kann man z.B den Hintergrund für Xsplash austauschen.

Wer Wasp mal probieren möchte, der braucht sich nur das tar.gz-Archiv von der Launchpad-Seite herunterladen. In dem Archiv befindet sich das Installationsskript wasp-installer.sh, mit dem die Dateien an den richtigen Ort kopiert werden und der Wasp-Editor installiert wird und der später unter System->Einstellungen verfügbar sein wird.

Wie ihr sehen könnt installiert der Installer 5 Dinge: einmal das Theme selber, Anpassungen von GDM2, Patches für Firefox und OOo sowie Compiz-Einstellungen (welche das sind sieht man, wenn man das Skript mit einem Texteditor öffnet). Alle Änderungen können wieder rückgängig gemacht werden, indem man allle Checkboxen deaktiviert und den Installer erneut ausführt.

Am Ende sieht das Theme so aus:

Ich persönlich halte das Theme für sehr gelungen, wenn mich auch die Schrift von deaktivierten Buttons und Menüeinträgen stört, da man sie kaum entziffern kann.

Weitere interessante Themes findet ihr auf der oben verlinkten Lucid-Artwork-Seite, z.B Impression oder Finestly.

Hat jemand noch weitere schöne Themes auf Lager? Dann her damit :-) .

Revelation – ein Passwortmanager für den GNOME-Desktop

Kürzlich schrieb ich ja einen Artikel über Sleutel, einem plattformunabhängigen Passwort-Manager. In den Kommentaren dazu wies mich ucn| auf eine interessante Alternative hin, die sich Revelation nennt.

Revelation befindet sich in den Ubuntu-Quellen, daher reicht ein einfaches

$ sudo apt-get install revelation

für die Installation. Anschließend kann das Programm über Anwendungen->Zubehör->Revelation Password Manager gestartet werden. Hier erscheint erstmal eine Fehlermeldung, in der verkündet wird, es sei keine Konfigurationsdatei vorhanden. Davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Revelation erstellt natürlich automatisch eine, was beim ersten Start eines Programms ja nicht unüblich ist.

Revelation bietet Vorlagen für die verschiedensten Zwecke an – von der Kreditkarte, Zertifikat, Datenbank, E-Mail und FTP bis zu Webseiten und sogar Türschlössern. Hier bietet das Programm auch eine gute Anbindung an weitere Programme. So kann man direkt aus Revelation eine SSH-Sitzung beginnen oder einen FTP-Server in Nautlus einhängen. Nett. Welche Programme für welchen Zugangstyp verwendet werden, kann man selber festlegen.

Als zusätzliches Schmankerl gibts für GNOME-User noch ein Applet fürs Panel. Man kann damit über ein Suchfeld nach Passwörtern suchen oder sich selbst durch das Menü hangeln, ohne dass man Revelation starten muss.

Wie bei jedem Passwort-Manager lassen sich natürlich auch hier neue, sichere Passwörter generieren und vorhandene auf Sicherheit prüfen. Praktisch ist auch die Import/Export-Funktion, mit der sich die komplette Datenbank in die Formate von GPass, Password Safe 1.x + 2.x, PasswordGorilla, MyPasswordSafe und SplashID importieren bzw exportieren lassen. Simple XML-Dateien sind auch möglich. Auf diese Weise verhindert man einen Lock-in-Effekt und kann seine Passwörter jederzeit wieder aus dem Programm bekommen.

Was Revelation noch nicht kann ist die Möglichkeit, ein Ablaufdatum für temporär gültige Passwörter festzulegen. Unter KeePass kann man hier Einträge ablaufen lassen und am Tag X ausgrauen bzw. löschen lassen. Dateien anhängen geht auch nur begrenzt, z.B bei der Vorlage Schlüssel. Weiterhin läuft das Programm nur unter Linux. Will man die Daten auf verschiedenen Plattformen verwenden, muss man vorher zuerst in das passende Format exportieren.

Auto-Type, was beim im letzten Artikel vorgestellten Sleutel nicht ging, ist in Revelation zwar verfügbar, allerdings in einer etwas anderen Weise. Hierfür einfach folgenden Befehl ausführen:

$ gconftool-2 --set --type bool /apps/revelation/clipboard/chain_username true

Konsolen-Verweigerer können natürlich auch den grafischen Dialog unter Bearbeiten->Einstellungen bemühen. ;-)

Anschließend wird, wenn man die Funktion Passwort kopieren aufruft zuerst der Nutzername in die Zwischenablage kopiert. Auf einer Webseite fügt man ihn in das Benutzernamen-Feld ein, Revelation merkt das und kopiert das Passwort in die Zwischenablage, welches man dann ins Passwort-Feld kopieren kann. Halbautomatisch also.

@ucn|: Danke nochmal für den Tipp! :-)

Sleutel – Cross-Plattform Passwort-Manager

Passwörter sind so eine Sache. Jeder weiß, dass sie möglichst lang sein sollten, dass man sie nicht als Haftzettel an den Bildschirm kleben sollte und dass für jeden Account ein eigenes her muss. Regelmäßige Änderungen sind auch ganz sinnvoll.

Doch es fällt vielen Leuten schwer diese Regeln auch alle einzuhalten, weswegen viele zu Passwort-Managern greifen. Dabei werden alle Passwörter in einer Datenbank gespeichert, die mit einem möglichst komplexen Master-Passwort verschlüsselt wird.

Ein Programm, welches dies erledigt, ist Sleutel. Das Wort kommt aus dem Niederländischen und heißt Schlüssel. Sleutel ist ein Java geschrieben und setzt auf der Rich Client Plattform von Eclipse auf, weswegen es unter Linux, Windows und auf dem Mac funktioniert.

Leider ist Sleutel noch nicht als Ubuntu-Paket verfügbar, weswegen es manuell installiert werden muss. Man lädt sich das tar.gz-Archiv von der Projektseite herunter und entpackt es mit:

$ tar -xzvf sleutel-1.0-linux.gtk.x86.tgz
$ cd sleutel

Nun muss die Binärdatei ausführbar gemacht und gestartet werden:

$ chmod +x sleutel
$ ./sleutel

Nun kann mit File->New->New Password Entry ein neuer Eintrag angelegt werden.

Wie ihr seht, ähneln die Felder in etwa denen von anderen Passwort-Managern, wie etwa KeePassX. Allerdings kann man hier zusätzlich noch eine Geheimfrage hinzufügen, was in KeePassX nicht geht. Weiterhin können Einträge in Labels organisiert werden, was in etwa den Kategorien in KeePassX entspricht. Ein Passwort-Generator und ein Papierkorb sind auch mit an Bord. Eine Auto-Type-Funktion fehlt aber noch.

Die Einträge werden dann über eine Triple-DES-Verschlüsselung in einer XML-Datei abgelegt. Negativ aufgefallen ist mir, dass Sleutel offenbar seine Einstellungen im Programmverzeichnis ablegt oder sonst irgendwie auf sein Programmverzeichnis schreibend zugreift. Installiere ich Sleutel über

$ sudo tar -xzvf sleutel-1.0-linux.gtk.x86.tgz -C /opt

so beleibt er beim Laden hängen. Mit root-Rechnen läuft er allerdings dann. Eigentlich sollte längst bekannt sein, dass auf modernen Betriebssystemen normalerweise nicht als root gearbeitet wird. Hier sollte Sleutel wie Eclipse arbeiten und seine Einstellungen in ~/.eclipse bzw halt ~/.sleutel ablegen. Ansonsten dürfte es auch schwer sein ein Ubuntu-Paket zu bauen. Somit schon fast ein K.O Kriterium.

Besser als bei KeePassX ist die einheitliche Datenbank. KeePassX ist eigentlich ein Fork von KeePass 1, was mittlerweile schon als KeePass 2 weiterentwickelt wurde. KeePass 2 benutzt eine andere Datenbank als KeePass 1 und KeePassX sowie iKeePass und die zahlreichen anderen Forks. Außerdem ist KeePass 2 in .NET und KeePassX in Qt implementiert, was einen Codeaustausch wohl erschwert. Sleutel hingegen ist ein und dieselbe App auf jeder Plattform mit derselben Datenbankstruktur.

Am Ende läuft es wieder auf dasselbe hinaus: Jedes Programm ist anders und hat seine Vor- und Nachteile. Ich persönlich werde weiterhin auf KeePassX setzen und auf iKeePass für das iPhone warten (wo Apple derzeit leider bei der App Store Freigabe Probleme macht).

Wenn jemand noch einen Favoriten hat, dann ab damit in die Kommentare :-)

YouTube-Videos ohne Flash gucken

Flash war und ist immer noch ein unverzichtbares Plugin, um vollem Zugang zum gesamten Web-Spektrum zu haben. Dummerweise macht die Linux-Version des Flashplugins immer wieder Probleme hinsichtlich der Performance. So desynchronisiert der Audio/Video-Stream bei YouTube öfter mal, sodass das Bild dem Ton hinterherrennt oder der Browser stürzt ab. Adobe scheint also nicht besonders viel Manpower in die Linux-Version zu stecken, und da Flash proprietär ist, lassen sich auch nicht ohne weiteres freie und bessere Implementierungen entwickeln. Projekte, die in diese Richtung gehen, gibt es zwar bereits – wie etwa Gnash oder Swfdec – allerdings machen die meiner Erfahrung nach noch mehr Probleme.

HTML5 steht ja schon vor der Tür und könnte zumindest bei Audio/Video Content Flash den Rang ablaufen, denn mit Einführung der Tags <audio></audio> sowie <video></video> lassen sich Audiodateien und Videos ganz ohne die Hilfe eine zusätzlichen Plugins einbinden und abspielen. Letzteres muss natürlich der Browser können, was schon bei neueren WebKit-Browsern, sowie dem Firefox und dem Opera der Fall ist.

Einige Videosites, wie etwa Dailymotion, lassen sich schon wahlweise mit HTML5 nutzen. Bei YouTube gibt es zumindest eine Demo-Seite. Die normalen YouTube-Videos benötigen immer noch Flash, es sei den man benutzt dieses Skript. Damit lassen sich YouTube-Videos mit dem nativen Video-Plugin des Browsers abspielen, bei Ubuntu ist dies standardmäßig der Totem-Player, aber auch MPlayer oder der VLC kann genutzt werden. Zusätzlich lassen sich die Videos auch noch downloaden.

Das Skript läuft im Firefox (hierfür muss die Greasemonkey-Extension installiert sein), Epiphany, Midori, Safari, Opera und Google Chrome. Für letztgenannten existiert mit dem YouTube HTML5-ifier eine zusätzliche Alternative.

[via Ubuntu-Geek]

Multitasking. There’s an app for that.

WebOS – das Betriebssystem des Palm Pre – ist ja momentan derjenige Kandidat, der Multitasking am schönsten umgesetzt hat. Nach einem Druck auf den Home Button wird die App herausgezoomtund man kann zwischen allen laufenden App hin- und her wechseln, welche als sogenannte “Cards” dargestellt werden. Apple hat den iPhone-Nutzern so eine Funktion bisher vorbehalten. Doch das iPhone wäre nicht das iPhone, wenn es nicht eine App für dieses Problem gäbe.

Zwar gibt es diese App, die sich ProSwitcher nennt, nicht im App Store. Klar, schließlich dürfen Programme, die mit dem offiziellen SDK entwickelt wurden, für gewöhnlich nicht in das System eingreifen und im Hintergrund laufen. Deswegen ist ProSwitcher nur den gehackten iPhones vorbehalten, und falls wer noch nicht gejailbreakt hat, dann ist ProSwitcher ein weiterer Grund dies nachzuholen.

ProSwitcher ist als Ergänzung zu Backgrounder gedacht. Backgrounder gab es schon seit längerer Zeit in Cydia und machte es möglich, mehrere Apps auf die gleiche Weise im Hintergrund laufen zu lassen, wie es der Safari und Mail.app schon von Haus aus tun, nur eine vernünftige Übersicht fehlte.

Dies rüstet Proswitcher nun nach. Per Tastenkombi wird über das SpringBoard eine Übersicht über die laufenden Programme gelegt, jede einzelne “Card” ist mit dem App-Namen betitelt und kann über ein Fingerwischen geschlossen werden – wie eben beim Pre.

Wer ProSwitcher jetzt selbst ausprobieren will, der sollte sich sein iPhone schnappen, Cydia öffnen und folgende Paketquelle eintragen:

http://booleanmagic.com/repo/

Nach der Installation des ProSwitcher-Paketes und einen Neustart der grafischen Oberfläche steht ProSwitcher zur Verfügung. Unter Einstellungen->ProSwitcher->Activation Methods kann dann konfiguriert werden, wie ProSwitcher gestartet werden soll. Ich persönlich habe die zweite Einstellung ausgewählt.

Lizenziert ist ProSwitcher unter der GNU Lesser General Public License.

Update: ProSwitcher befindet sich jetzt in den Standard-Community-Sources. Das Hinzufügen der Paketquelle entfällt somit.

[via golem.de]

HowTo: iPhone OS 3.x unter Linux synchronisieren – diesmal über GVFS

Die Situation “iPhone und Linux” scheint sich immer mehr zu besssern. Anfangs benötigte es noch ein in einer virtuellen Maschine laufendes iTunes, dann gab es mit iFuse die Möglichkeit des Filesystemaccess. Schließlich konnte man endlich mit gtkpod sogar die iTunesCDB beschreiben – und so die normale Musikplayer-Applikation nutzen.

Jetzt ist bereits das Einbinden des iPhones über GVFS möglich. GVFS – ehemals GnomeVFS – ist die Schnittstelle von GNOME, um virtuelle Dateisysteme einzuhängen. Als Quelle kann ein ISO-Image, eine Samba-Freigabe, ein SSH-Tunnel, eine Digitalkamera und jetzt eben auch ein iPhone/ein iPod touch verwendet werden.

Gut, was bringt uns das jetzt? Hauptvorteil ist, dass man jetzt kein extra Programm mehr braucht, um das Gerät mit Musik zu befüllen. Man kann also Rhythmbox, Banshee oder einen anderen Musik-Player verwenden, also das Programm, was man auch sonst zum Musikhören und dem Downloaden von Podcasts benutzt. Weiterhin ist die Einrichtung jetzt wesentlich einfacher – es muss nichts mehr kompiliert werden, auch ein manuelles Einhängen des Geräts ist überflüssig.

Wer bereits meine Anleitung vom November durchgearbeitet hat, der sollte sie vollständig rückgängig machen, also alle Pakete wieder deinstallieren, das PPA entfernen, nach Konfigurationsleichen in /etc und ~/.config Ausschau halten usw.

Lasst uns loslegen. Die Geschichte beginnt, wie so häufig, mit einem PPA:

$ sudo add-apt-repository ppa:pmcenery/ppa
$ sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade
$ sudo apt-get install gvfs gvfs-backends gvfs-bin gvfs-fuse libgvfscommon0 ifuse libgpod-dev libgpod-common libiphone-utils libiphone0 python-iphone libplist++1 libplist-utils python-plist libusb-1.0-0 libusb-1.0-0-dev libusbmuxd1 usbmuxd

Nun fügen wir uns selbst zur Gruppe fuse hinzu:

$ sudo adduser $USER fuse

Jetzt muss noch eine Konfigurationsdatei bearbeitet werden:

$ sudo nano /etc/fuse.conf

Dort dann die Option user_allow_other auskommentieren (# entfernen). Nach einem Reboot ist die Sache schon gegessen. Ja, wirklich! Ihr braucht nur noch euer Gerät in die Hand zu nehmen, das Kabel zu packen und in den Dock-Connector zu stecken. Dann läuft auch schon die Synchronisation z.B über Rhythmbox an. Genial, oder? Sogar die Datei SysInfoExtended, die ihr vorher manuell anlegen musstest, wurde – zumindest bei mir – automatisch erstellt (ich hatte den Device-Order vorher mittels iFile gelöscht).

Leider werden bei mir, wenn ich über Rhythmbox synchronisiere, die Albumcover nicht mitsynchronisiert. Bei gtkpod ging es damals. Banshee hab ich schon probiert, doch wird dort der iPod leider nicht erkannt. Mal sehen ob ich das noch hinbekomme, ansonsten läuft alles prima.

[via Ubuntu-Geek]

Shotwell – Bilderverwaltung für den GNOME-Desktop

Seit ich Ubuntu als Hauptsystem nutze (~ halbes Jahr) bin ich auf der Suche nach einer schönen Bildverwaltungssoftware. Picasa kannte ich ja von der Windows-Welt her. Die Linux-Version davon hat es nie über die Beta-Phase hinausgeschafft und wird laut Google auch nicht mehr weiterentwickelt. digiKam, die KDE-Fotoverwaltung, reicht vom Funktionsumfang zwar vollkommen aus, die Bedienung sagte mir aber nicht zu. Solang produzierte bei mir Abstürze am laufenden Band und um gThumb scheint sich ja niemand mehr zu kümmern. Bisher habe ich mich mit F-Spot arrangiert, dass zwar seine Arbeit, diese aber nur sehr zäh tut.

Dann las ich erstmals den Namen Shotwell. Shotwell ist eine an Apples iPhoto anglehnte, in Vala geschriebene GTK-Bildverwaltung. Fotos werden in sogenannten Events verwaltet und können gedreht, beschnitten und angepasst werden. Eine Rote-Augen korrektur ist ebenfalls implementiert.

Die Installation unter Ubuntu geschieht über ein PPA

$ sudo add-apt-repository ppa:yorba/ppa
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install shotwell

Für andere Distributionen steht auf der Homepage des Projekts der Sourcecode zum Download bereit.

Fazit: Shotwell macht für sein frühes Entwicklungsstadium einen guten Eindruck, vorallem die Geschwindigkeit ist im Vergleich zu F-Spot recht flott. Leider fehlen noch elementare Funktionen (z.B werden nur JPEGs unterstützt) und wahrscheinlich sind auch noch haufenweise Bugs vorhanden. Umso mehr freue ich mich auf den Zeitpunkt, an dem Shotwell Finalstatus erreichen wird. So ein iPhoto für Linux wäre schon ziemlich nett.

VirtualBox 3.1 erschienen

Sun hat mal wieder ein Major-Update für die beliebte Virtualisierungssoftware VirtualBox rausgebracht. Neu sind diesmal die Teleportations. Damit ist  es möglich, eine VM von einem Host auf einen anderen Host im Netzwerk über TCP/IP “rüberzubeamen”. Allerdings gibt es da ein paar Einschränkungen, die man der Manual entnehmen kann. VMs können nun auf beliebige Snapshots zuückgesetzt werden und nicht nur auf den letzten, die 2D-Beschleunigung des Hosts wird beim Abspielen von Videos bei Windows-Gastsystemen benutzt und die Performance bei PAE und x86_64 Systemen wurde verbessert. Weiterhin wird EFI experimentell unterstützt (nein, Mac OS X lässt sich damit nicht als Gastsystem nutzen).

[vollständiger Changelog]

Kurzum, VirtualBox hat wieder einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. Als ich VirtualBox das erste mal ausprobierte gehörte es noch zu InnoTek und trug die Versionsnummer 0.4. Hier macht sich die Evolution deutlich bemerkbar.

Um VirtualBox unter Ubuntu zu nutzen, muss erst Suns Paketquelle sowie der passende GnuPG-Key zinzugefügt werden:

$ sudo -s
# echo 'deb http://download.virtualbox.org/virtualbox/debian karmic non-free' >> /etc/apt/sources.list.d/virtualbox.list
# wget -q http://download.virtualbox.org/virtualbox/debian/sun_vbox.asc -O- | apt-key add -
# apt-get update
# apt-get install virtualbox-3.1
# adduser $USER vboxusers
# exit

Wenn bereits eine ältere VirtualBox-Version über diese Quelle installiert wurde, dann wird diese durch die neue Version ersetzt. Die bereits vorhanden VMs bleiben natürlich erhalten, da sie ja in ~/.VirtualBox abgelegt werden. Die Gasterweiterungen müsst ihr übrigens neu installieren, falls ihr die neuen Funktionen nutzen wollt.

Audio-Dateien umwandeln unter Ubuntu mit SoundConverter

Sicherlich steht jeder irgendwann einmal vor dem Problem, dass von einer CD gerippte Tracks im falschen Format vorliegen. iTunes bespielsweise encodiert per default gerne in AAC – obwohl man ja meistens MP3 möchte oder braucht. Vor so einem Problem stand ich neulich auch. Also mal schnell in die Paketquellen von Ubuntu geschaut und das GTK-Programm Sound Converter gefunden. Dateien (oder ganze Ordner) auswählen, Einstellungen treffen, Umwandeln klicken und sich nen Kaffee holen.

Manchmal sind die einfachsten Programme die besten.

Conduit – Synchronisationszentrale für GNOME

Heutzutage besitzt ja eigentlich fast jeder einen Zweitrechner, ein Mobiltelefon, gefühlt hunderte von USB-Sticks und nutzt diverse Onlinedienste. Daten liegen jetzt immer als Duplikate auf verschiedenen Datenträgern und werden auch von verschiedenen Stellen aus geändert, was die Notwendigkeit der Synchronisierung ergibt.

Natürlich existiert für nahezu jedes Use Case irgendein Tool. Allerdings ist es sehr aufwändig, für die eigentlich gleiche Aufgabe, nämlich das Synchronisieren von Daten unterschiedliche Tools zu verwenden, bloß weil die Datentypen unterschiedlich sind. E-Mails und Termine synct man z.B mit Microsoft Exchange, Quelltexte mit Versionsverwaltungssystemen, Musik und Videos z.B mit iTunes oder gtkpod, Backups macht man mit rsync, seine Fotos veröffentlicht man mit z.B mit iPhoto, Firefox-Bookmarks werden mit Xmarks synchronisiert usw. Hier setzt Conduit an, Ziel ist es, alle Synchronisationsaufgaben in einer Anwendung verwalten zu können. Dabei sollen jedoch die normalen Anwendungen, die man sonst so benutzt, weiterverwendet werden, Conduit gibt nur eine Übersicht, das synchronisieren übernehmen sogar teilweise die Anwendungen selbst, sie werden lediglich über DBus angestupst.

Unter Ubuntu befindet sich Conduit in den Paketquellen.

$ sudo apt-get install conduit

Nach dem Start der Anwendung erhält man in seiner Sidebar Informationen über die vorhandenen Datenquellen. Dies kann bei jedem von euch variieren, je nachdem, was für Anwendungen ihr installiert habt. Mit Pfeilen wird dann verdeutlicht, was mit was synchronisiert wird.

In diesem Screenshot sieht man drei Synchronisationsgruppen: Einmal eine F-Spot Library, die sowohl mit Facebook als auch mit Flickr gesynct wird. Bei der zweiten Gruppe werden alle Dateien auf dem Desktop mit einem Box.net-Account synchronisiert und umgekehrt, während beim dritten alle Tomboy-Notizen mit Backpack-Notes in eine Richtung gespiegelt werden.

In der Titelleiste des Fensters steht allerdings nicht umsonst “Development Version”, denn die aktuelle 0.3.16 stellt lediglich eine Vorschau auf das da, was Conduit später mal können wird. Ich könnte mir Conduit als zenralen Synchronisationsdaemon vorstellen, der den eigentlichen Programmen die (Konfigurations-)Arbeit in punkto Synchronisation abnimmt. Im nächsten Schritt könnte man dann auch noch erfassen, ob die Daten auch für andere Leute einsehbar sind und wenn ja, für welche Leute genau. Am Ende hätte man dann eine vollständige Datenbank. mit der man den Überblick über alle seine Daten, die irgendwo bei irgendwem gespeichert sind behalten und verwalten kann. Gerade in der heutigen Zeit ist das sicher nicht von Nachteil ;-)