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Cloud – Die Zukunft von Betriebssystemen?

Neulich bin ich auf gOS Cloud gestoßen – ein auf Debian-Linux basiertes Betriebssystem. Es ist hauptsächlich für Netbooks gedacht und macht dem Namen “Netbook” alle Ehre, denn es besteht nur aus einem Browser, und zwar Google Chrome. Als erstes soll Cloud auf Netbooks von GigaByte zum Einsatz kommen. Aha, GigaByte, der Mainboardhersteller. Wenn man sich dann noch die Systemvorraussetzungen anschaut:

System Requirements:
• Standard x86 Processor• 128 MB RAM
• 35 MB Storage
• Preloaded in HDD/SSD of PC
• Preloaded in on board flash storage of MB
• Preloaded in CD as Windows Installer
• Cloud does not require additional hardware and is compatible with any operating system

“Preloaded in on board flash storage of MB”. Eine Kampfansage gegen Microsoft? Stellt euch mal vor, Mainboardhersteller wie ASUS, GigaByte, MSI etc. würden mit ihren Mainboards das Betriebssystem gleich mit ausliefern. Bei Gamer-PCs wäre Cloud jetzt zwar nicht so geeignet, aber bei einem Netbook braucht man doch eigentlich gar kein “richtiges” System, was wäre besser als ein OS, dass im Hauptspeicher des Mainboards liegt, in wenigen Sekunden startet und mit dem man sofort ins Internet gehen kann? Lokale Applikationen sind in Cloud zwar möglich (z.B Skype) aber hauptsächlich sollen Webapplikationen wie Google Docs genutzt werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Netbook braucht keinen bzw. nur sehr wenig Sekundärspeicher und bootet rasend schnell. Desweiteren entfällt das Abgleichen der Daten mit dem Hauptrechner, wenn man auch auf dem normalen Rechner Webapplikationen nutzt. UMTS wird immer billiger, somit hat man von überall Zugriff auf seine Daten. Die Sicherheit wird auch verbessert, indem man den Flashspeicher des Mainboards Read-Only macht und den angemeldeten Benutzer nur sehr wenig Rechte gibt. An der Seite des Netbooks könnte man einen Schalter einbauen welches den Schreibschutz Hardwareseitig aufhebt (im Falle eine Softwareaktualisierung). Firmen könnten eigene Webapplikationen bereitstellen, die Mitarbeiter könnten dann mit Cloud auf die Daten zugreifen und im Falle eines Diebstals des Netbooks geraten keine Daten in falsche Hände (sofern man nicht die Kennwörter im Browser speichert). Vielleicht ist das ja ein neuer Trend, dass alles im Browser gerendert wird. Mit Programmen wie Gears kann dies auch lokal geschehen wenn man seine Daten nicht übers Internet übertragen möchte. Wenn das ganze Erfolg hat könnte Microsoft seine Marktmacht verlieren, den letztendlich ist es ja egal auf welchem OS der Browser läuft in dem die Webapplikation gerendert wird. Man ist also von Windows nicht mehr abhängig.

EEEPCNews hat dazu ein Video veröffentlicht:

Wie ihr seht läuft wirklich alles im Browser, sogar die WLAN-Konfiguration. Mit dem Windows-Icon im Dock kann man direkt ohne BIOS-Umweg in Windows booten, falls es bei diesem Netbook überhaupt noch ein BIOS gibt.

Und Windows?

Es denke mal das Microsoft mit Windows 7 auch langsam in Richtung dieses Trends gehen wird. Microsoft hat die Netbooks ja komplett verschlafen und hat sogar Windows XP reaktiviert, da Vista zu fett für die kleinen CPUs und den kleinen Arbeitsspeicher war. Mit Live Mesh baut auch Microsoft ein Cloud Computing Netz auf, mit dem man Ordner über das Internet mit anderen Computern abgleichen und über eine schicke Windows-ähnliche Webapplikation darauf zugreifen kann.

OpenID?

Diese Netbookgeschichte wäre doch ideal mit OpenID kombinierbar. Ich gebe direkt im Cloud-Betriebsystem meine OpenID-Daten an und kann dann sofort und ohne lästige Passwortabfragen meine Webapplikationen oder normalen Programme nutzen.

Datenschutz?

Dennoch hinterlässt so ein Cloud-Betriebssystem ein mulmiges Gefühl bei mir: Alle Daten werden bei irgendwelchen Anbietern hinterlegt, von denen man nicht so genau weiß, was diese mit den Daten machen. Google hat z.B neulich seine Datenschutzbestimmungen geändert, ohne ein Sterbeswörtchen zu sagen. Eine für Firmen geeignete Lösung wäre nur Webapplikationen zu benutzen die auf den eigenen Servern laufen. Aus der OpenSource Ecke ist da sicher einiges zu erwarten bzw. schon vorhanden, wie der Webmailer RoundCube.

Ein Vorschlag um die Datenschutzbestimmungen auch für Laien ersichtlich zu machen:

http://netzpolitik.org/2007/iconset-fuer-datenschutzerklaerungen/

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