Veröffentlicht in Juli 2009

Verwaiste Pakete auffinden

In einschlägigen Foren liest man ja oftmals Sätze wie “Mein Windows ist total zugemüllt, ich werd’s neu installieren”. Das Windows mit der Zeit zumüllt liegt nicht unbedingt an Windows selbst, sondern an Drittherstellern, welche nicht immer den hauseigenen Windows Installer verwenden, sondern irgendwelche Eigenentwicklungen nutzen, die Drittbibliotheken teilweise fehlerhaft und schlampig installieren, vom Deinstallationsprozess ganz zu schweigen.

Linux ist da mit seinem Paketmanager etwas weiter. Hier werden durch sogenannte Abhängigkeiten Librarys sauber installiert und können von anderen Programmen benutzt sowie zentral mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Wird allerdings das Paket, welches die Abhängigkeit besaß, entfernt, so bleibt die Abhängigkeit auf dem System zurück. Nicht das dies großartig problematisch wäre, aber wenn ein Paket besonders viele Bibliotheken installiert hat (z.B weil es zu einem anderen Desktop als den benutzten gehört), verspürt man dennoch das Bedürfnis aufzuräumen – geht mir jedenfalls so.
Um verwaiste Bibliotheken aufzuspüren und zu entfernen, kann man deshalb das Tool deborphan einsetzen (für APT). Unter Ubuntu kann man das einfach über apt-get installieren:

$ sudo apt-get install deborphan

Um deborphan jetzt in Synaptic zu nutzen, muss unter benutzerdefinierte Filter mit Einstellungen->Filter->Neu ein neuer Filter angelegt werden. Diesen taufen wir einfach mal “Verwaist”, als Filterkriterium wählen wir – oh Wunder – Verwaist aus(die übrigen Checkboxen lassen wir leer).

Synaptic_Verwaist

Hier wurde die V8-Bibliothek gefunden – die JavaScript Engine von Google Chrome. Da ich diesen zuvor installiert und nach einem kurzen Test wieder deinstalliert hatte, verblieb V8 auf dem System.

GTK_Orphan_Verwaist

Alternativ kann auch die GTK+-basierte Oberfläche gtkorphan benutzt werden. Diese bietet zusätzlich noch die Möglichkeit, nach Paketen mit zurückgelassenen Konfigurationsdateien zu suchen – was Synaptic aber schon von Haus drauf hat. Weiterhin kann die Suche über den “lib”-Bereich ausgedehnt werden, was aber wenig Sinn macht, da so alle Pakete angezeigt werden, die man selber und nicht durch das Auflösen von einer Abhängigkeit installiert hat – also auch Pakete wie banshee oder firefox, welche man normalerweise auch behalten möchte.

Beide Möglichkeiten sollte man mit Vorsicht genießen – schließlich kennt die Paketverwaltung nur Software, welche auch mit dieser installiert wurde. Selbstkompilierte Programme beispielsweise benötigen auch Dritt-Bibliotheken (das überprüft ja das configure-Skript) von denen Deborphan aber nichts weiß. Solche Programme könnten nach dem Einsatz von Deborphan also nicht mehr funktionieren.

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Nemo – Kombination aus Kalender und Dateimanager

Dateimanager gibt’s wie Sand am Meer. Sie alle basieren mehr oder minder auf einer Ordnerhierachie. Jedes Dateisystem speichert zwar Datum und Uhrzeit der letzten Änderung und des letzten Zugriffs, aber meistens wird dies von den herkömmlichen Dateimanagern nicht ausgenutzt. Nemo visualiersiert diese Informationen in einer Kalender-Ansicht ähnlich Evolution oder Outlook, nur das eben Dateien statt Termine angezeigt werden.
Nemo
Die Software basiert auf der Desktop-Suchmaschine Tracker. Wer diese noch nicht installiert hat, muss erstmal seine Festplatte indexieren, was etwas dauern kann, siehe die freien Stellen im Screenshot (ich leg NICHT tagelang die Füße hoch ;) ). Bei einigen Tagen gibt Nemo auch an, ich hätte 1816 Dateien bearbeitet. Liegt vermutlich an der Neusortierung meiner Fotosammlung an diesem Tag. Sozusagen ein Ausgleich für die weißen Stellen :D

Nemo ist in C# geschrieben und benötigt daher Mono fürs Ausführen. Momentan befindet sich Nemo noch in der Alpha-Phase, aktuell ist Version 0.2.4. Der Quellcode und ein Debian-Paket ist hier verfügbar. Desweiteren existiert eine Paketquelle für APT:

deb http://www.iola.dk/nemo/repo binary/

GNOME 3 rückt immer näher und daher wäre Nemo doch ein Kanditat, um in den GNOME-Desktop integriert zu werden, eventuell als Bestandteil von Nautilus? Der Finder unter Mac OS X bietet ja bereits mit den virtuellen Ordnern eine ähnliche Funktion an (allerdings nicht mit der schönen Kalenderansicht).

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ScribeFire – Bloggen per Firefox-Plugin

Seit einiger Zeit nutze ich favorisiert Ubuntu Linux. Fürs Bloggen unter diesem System habe ich mich bisher mit Drivel abgefunden, welcher allerdings den Nachteil mit sich brachte, dass man Bilder nicht “on the fly” einfügen konnte, man musste vorher das WordPress-Backend bemühen, das Bild hochladen und dann die URL in den Post einfügen. Weiterhin kann Drivel kein WYSIWYG – also nur pures HTML.

Deswegen hab ich mich weiter umgehört und bin dann bei ScribeFire hängengeblieben. Dieser Blogeditor ist nämlich ein Firefox-Plugin und damit plattform-übergreifend. Wie auch der Windows Live Writer und Drivel kann er bestehende Posts (auch WordPress-Seiten) bearbeiten, Kategorien vergeben, Track- und Pingbacks senden, YouTube-Videos einfügen, er berherrscht eine WYSIWYG sowie eine HTML-Ansicht, und unterstützt eben die Funktion, Bilder auf den WordPress-Space hochzuladen. Für mich ist das alles, was ich brauche. Downloadbar auf der Mozilla-Addons Seite.

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Shutter – Mächtiges Screenshot-Tool für GNU/Linux

Die Fähigkeit, Screenshots anzufertigen, hat jedes grafische Betriebssystem drauf. Normalerweise geht das ganz simpel mit der DRUCK-Taste, anschließend bekommt man das Bild in die Zwischenablage oder auf den Desktop kopiert. Wer mehr will, der kann eins von zahlreichen Screenshot-Tools benutzen, wie bespielsweise Shutter.

Um Shutter unter Ubuntu zu installieren müsst ihr unter System>Systemverwaltung>Software-Quellen diese Paketquelle hinzufügen:

deb http://ppa.launchpad.net/shutter/ppa/ubuntu jaunty main

Danach im im Terminal folgende Befehle ausführen:

$ sudo apt-key adv --recv-keys --keyserver keyserver.ubuntu.com 009ED615
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install shutter

Shutter ist inklusive Abhängigkeiten 31,9 MB groß – die Angabe kann aber auf jedem System unterschiedlich sein, je nachdem welche Abhängigkeiten bereits installiert sind.
Shutter lässt sich anschließend unter Anwendungen>Zubehör>Shutter – Bildschirmfotos aufnehmen starten.
Shutter

Shutter_Editor
Das Funktionsspektrum von Shutter ist vielfältig: Es können nicht nur Abbildungen vom gesamten Desktop, sondern auch von einzelnen (Teil-)Fenstern und Bereichen angefertigt werden. Auch das Abfotografieren von Webseiten ist möglich. Die Erzeugnisse können gleich mit einem integrierten Editor bearbeitet und über zahlreiche Perl- und Shell-Scripte mit hübschen Effekten unterlegt werden. Wer will kann das ganze auch auf einen FTP-Server oder auf Bilderdienste wie ImageShack hochladen. Beispiel (Schlagschatteneffekt/gehostet auf ImageShack)):

[via Yalm]

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Firefox 3.5 Updates unter Ubuntu 9.04

Sowohl der Firefox 3.0 und der Firefox 3.5 liegen in den Ubuntu-Quellen. Allerdings liegt nur 3.0 im Main-Bereich und wird daher vom Ubuntu-Security-Team offiziell unterstützt. Gerade eben ist nämlich ein Update für den Firefox 3.5 erschienen, welches eine kritische Sicherheitslücke in der Just-in-Time Komponente der JavaScript-Engine schließt. Ich warte und warte und warte und das Update auf Firefox 3.5.1 erscheint nicht in Universe. Ich habe daher die Mozilla-Security-Quelle genutzt. Der Key:

$ sudo apt-key adv --keyserver keyserver.ubuntu.com --recv-keys 7EBC211F

Und die Quelle:

deb http://ppa.launchpad.net/ubuntu-mozilla-security/ppa/ubuntu jaunty main

Danach lässt sich Firefox 3.5.1 über die Aktualisierungsverwaltung installieren.
Edit: Hier ein Artikel von Linux und Ich, welcher sich ausführlich mit Firefox 3.5 unter Ubuntu beschäftigt.

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Zenbe Shareflow – Alternative zu Google Wave

Während Googles Wave bisher nur ausgewählten Entwicklern zur Verfügung steht, bringt das Startup Zenbe bereits ein Konkurrenzprodukt für Normalsterbliche: Shareflow. Genau wie bei Wave wird hier die Kommunikation ebenfalls in speziellen Objekten – bei Google heißt es Wave, bei Zenbe Flow – geordnet. In eine Flow können nicht nur Texte, Bilder und sonstige Dateien, sondern auch Termine (welche von anderen Teilnehmern als iCalendar-Datei heruntergeladen werden können) und Google-Maps-Karten integriert werden. Dieser Inhalt kann immer von den Leuten gesehen werden, welche zur Flow eingeladen wurden. Die gesamte Kommunikation wird auf den Servern von Zenbe abgewickelt, lokale Kopien werden nicht gespeichert. Das ganze ist also quasi eine Kombination aus IRC-Channel und Forenthread.

Shareflow

Auch hier soll die Produktivität in Vordergrund stehen: Da wir heute über zig verschiedene Wege miteinander kommunizieren, fällt es oftmals schwer, die verschieden Inhalte der Kommunikation miteinander in Beziehung zu setzen. Die Flow soll hierbei als Sammelkorb für alle Informationen, die zusammengehören, weil sie beispielsweise ein bestimmtes Projekt betreffen, dienen. Auch wenn ein Teilnehmer erst später zur Flow eingeladen wurde, kann er trotzdem die vorherige Kommunikation begutachten und sich so schnell einarbeiten. Würde man E-Mail oder Chat benutzen, so müsste einer der bisherigen Teilnehmer alle Informationen mühsam zusammenschaufeln und dem neuen Teilnehmer manuell zukommen lassen.

Das ganze ist leider nicht ganz kostenlos. Es gibt zwar ein Free-Variante, mit der kann man aber leider nur maximal 5 Flows anlegen, der Speicher ist auf 25 MB begrenzt. Mit den Varianten Basic, Plus und Premium für 20$/Monat, 40$/Monat und 80$/Monat kann man die Anzahl der maximalen Flows und die Größe des Speichers allerdings erhöhen.

[Zenbe Shareflow]

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Mögliche GUI für Windows 8

Ausgerechnet auf einem Apple-Blog bin ich auf ein interessantes Konzept für die Benutzeroberfläche für das zukünftige Windows 8 gestoßen. Optisch macht das ganze was her, obwohl bei einer GUI weniger meistens mehr ist und viele Elemente und Funktionen den Benutzer eher ablenken statt unterstützen. Trotzdem will ich auch das Video nicht vorenthalten:

[via Macforlife]

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Girls = Evil

(Originalautor leider nicht feststellbar)

redSn0w für Linux

Und ein weiterer Schritt in Richtung Linux+iPhone. Ab Version 0.8 läuft das Jailbreak-Tool redSn0w nämlich auch unter Linux. Damit das ganze startet, müssen die Ausführrechte richtig gesetzt sowie die Bibliothek libwxgtk2.8-0 installiert sein:

$ sudo apt-get install libwxgtk2.8-0

Dann mit
$ ./redsn0w

im entpackten Verzeichnis den Jailbreak starten. Falls redSn0w noch weitere Bibliotheken anzeigt die benötigt werden, diese ebenfalls nachinstallieren.
redsn0w_linux1

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Liferea mit Google Reader synchronisieren

Der Google Reader wird ja normalerweise direkt im Browser als Webapplikation aufgerufen. Dies funktioniert auch super, wer aber lieber einen lokalen Client zwecks Synchronisierung nutzen möchte, der ist mit dem aktuellen Release Canditate von Liferea gut bedient. Der bietet nämlich Google Reader-Unterstützung.
In den Ubuntu-Paketquellen liegt nur Version 1.4 vor, wir benötigen aber 1.6. Dafür einfach folgende Fremdquelle hinzufügen:

deb http://ppa.launchpad.net/liferea/ppa/ubuntu jaunty main
deb-src http://ppa.launchpad.net/liferea/ppa/ubuntu jaunty main

Und den Key:

$ sudo apt-key adv --keyserver keyserver.ubuntu.com --recv-keys 412F055D

Wenn wir jetzt aber versuchen Liferea zu installieren oder von einer älteren Version zu aktualisieren, werden wir feststellen, das Liferea libwebkit-1.0.2 benötigt, um zu funktionieren. In den Paketquellen liegt aber nur libwebkit-1.0.1. Also wieder ne Fremdquelle:

deb http://ppa.launchpad.net/webkit-team/ppa/ubuntu jaunty main
deb-src http://ppa.launchpad.net/webkit-team/ppa/ubuntu jaunty main

Auch hier wieder brav den Key importieren:

$ sudo apt-key adv --keyserver keyserver.ubuntu.com --recv-keys 2D9A3C5B

Anschließend kann APT die Abhängigkeiten von Liferea 1.6 auflösen und Liferea kann über Anwendungen>Internet>Liferea Feedreader gestartet werden. Mit Abonnements>Neue Quelle>Google Reader> können wir unseren Google-Account schließlich einbinden. Leider werden die im Reader gesetzten Tags noch nicht mitsynchronisiert, wesewegen man bei vielen Feeds die Übersicht verlieren kann. Vielleicht wird dies ja noch implementiert.

[via virtualpixel.de]

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