GNOME Global Menubar – Menüleiste alá Mac OS X

GlobalMenubar

Einer der schönsten Dinge an Linux ist, das man die GUI so gut auf seine Bedürfnisse zuschneiden kann. Bei Windows XP muss man erstmal die UXTheme.dll patchen und selbst dann hat man nur eingeschränkte Möglichkeiten. Das was die GNOME Global Menubar macht geht unter Windows jedenfalls nicht.

Diese entfernt nämlich die Menüleiste aus allen Fenstern und stellt die des aktuellen Fensters als Panel-Applet zur Verfügung, so wie das Aqua unter Mac OS X macht. Allerdings funktioniert GNOME Global Menubar nur auf GTK-basierten Anwendungen wie Gimp, Nautilus oder Evolution und bei SWT, was ja eigentlich nicht anderes macht als die nativen Widgets des Systems zu nutzen, und unter GNOME ist das halt nun mal GTK+. So kommt man auch in Eclipse, XMind oder RSSOwl in den Genuss der Menubar. Mit Swing funktioniert es allerdings nicht, ebenfalls nicht mit Qt (KDE-Programme) oder XUL (Firefox, Thunderbird).

Installation

So, genug geredet, auf zur Installation (unter Ubuntu). Als erstes importiert man den GnuPG-Schlüssel der Entwickler:

$ sudo apt-key adv --recv-keys --keyserver keyserver.ubuntu.com DA6DEEAA

Dann fügt man sich die entsprechende Fremdquelle hinzu (“jaunty” durch die eingesetzte Ubuntu-Version ersetzen):

deb http://ppa.launchpad.net/globalmenu-team/ppa/ubuntu jaunty main

Mit dem Paket gnome-global-menu lässt sich das Programm schließlich installieren.

Einrichtung

Bevor man die Menubar verwendet, sollte man erstmal das Standard-GNOME-Menu (Anwendungen,Orte,System) durch die schlankere Variante ersetzen. Deswegen das Applet vom Panel entfernen und das Applet “Hauptmenü” über “Zum Panel hinzufügen” installieren. Jetzt werden alle drei Einzel-Einträge in einem Menü zusammengefasst. Anschließend fügt man sich das “Global Menu Panelobject” hinzu. Der Name der selektierten Applikation sollte jetzt im Panel angezeigt werden. Über Rechtsklick->Einstellungen muss jetzt noch “Globales Menü für GTK Anwendungen verwenden” aktiviert sein.

Nun sollte bei allen GTK-Anwendungen die Menüleiste verschwunden sein und stattdessen im Panel erscheinen. Wie unter Mac OS X eben.

Bugfix/Workaround für Nautilus

Halt, eins fehlt noch. Standardmäßig zeigt die Menubar “CD/DVD-Ersteller” an, wenn man Nautilus benutzt. Dies liegt daran, dass sich die Menubar die Einträge für die Programmnamen aus dem GNOME-Menü besorgt. Unter Ubuntu liegt hier allerdings keine Verknüpfung zu Nautilus, sondern nur zum “CD/DVD-Ersteller”, welcher Nautilus mit einem Plugin startet, mit dem man die Brennfunktion von Brasero ansteuren kann. Um den Bug zu umgehen, muss die Verknüpfung “CD/DVD-Ersteller” gelöscht werden, damit man trotzdem noch auf die Brennfunktion im Nautilus zugreifen kann sollte man ein Lesezeichen mit dem Ort “burn///:” anlegen. So kann man den CD/DVD-Ersteller mit Orte->CD-DVD-Ersteller starten statt wie vorher unter Anwendungen->Zubehör->CD/DVD-Ersteller. Aber es gibt schlimmeres im Leben ;).

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4 thoughts on “GNOME Global Menubar – Menüleiste alá Mac OS X

  1. Auf jeden Fall eine schöne Sache. Hatte ich auch mal vor kurzem ausprobiert, ist aber irgendwie bei mir in Vergessenheit geraten.

    An was man nicht alles durch die “Tag-Surfer” Funktion erinnert wird ;)

    • Ich persönlich kannte die Software noch nicht, habe sie aber bereits ein paarmal auf Screenshots gesehen. Da ich seit ~ 1 Monat Ubuntu als Hauptsystem nutze und mich deswegen auch ans Deskmodding gewagt habe, entdeckte ich die Software und dachte mir, ich schreibe mal drüber, vielleicht nützt es ja jemanden (und natürlich um Windows-User neidisch zu machen ;))

  2. Ich merke gerade das ich diesen Blog deutlich öfter lesen sollte- da kommt man echt auf Ideen.

    FERNmann: Sorry, aber Links auf Glückspielseiten dulde ich hier nicht.

  3. Warum Unity gut für den freien Desktop ist « FERNmanns Blog

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