Flattr und Open Source: Passt das zusammen?

In letzter Zeit erfolgte eine kontroverse Diskussion über den ubuntuusers-Planeten im Bezug auf die Frage, ob in jedem Beitrag Links zum Spendendienst flattr enthalten sein dürfen.

flattr will das Spenden stark vereinfachen. Wer sich bei flattr anmeldet, zahlt eine monatliche Gebühr. Anschließend kann diese Gebühr bei Blogs und anderen Websites gespendet werden, indem man auf den flattr-Button unter dem Blogpost klickt. Am Ende des Monats wird die Summe in soviele Stücke aufgeteilt, wie man den flattr-Button geklickt hat und auf die Blogger verteilt. am Besten erklärt es folgendes Video:

Man mag von flattr halten was man will, und es gibt im Netz viele Diskussionen darüber, ob flattr sinnvoll ist oder nicht, aber das soll gar nicht Thema dieses Beitrags sein. Fakt ist, dass es im Planeten einige Blogger gibt, die flattr benutzten und den flattr-Button auch im RSS-Feed eingebunden haben, sodass er dann auch im Planeten zu sehen ist. Dies kollidiert aber nach Meinung des ubuntuusers-Teams mit den Regeln (siehe Ikhaya-Eintrag):

„Werbung für Unternehmen, kommerzielle Produkte und Waren, Dienstleistungen, politische Parteien und extremistische Gruppierungen sowie Jobgesuche und -angebote sind nicht gestattet.“

Chris, der hinter dem Blog Linux und Ich steht (und dort hervorragende Artikel schreibt), gab daraufhin bekannt, dass seine Artikel zukünftig nicht mehr im Planeten erscheinen werden. In den Kommentaren entstand eine heftige Diskussion und auch Martin (der auch hervorragende Artikel schreibt) äußerte sich in seinem Blog darüber.

Einige Leute vergleichen Blogger, die flattr einsetzen, mit kostenpflichtigen Supportern, die sich auf Kosten der Community die Taschen vollstopfen und den Grundgedanken von Open Source untergraben würden, während andere es völlig in Ordnung finden, dass sich Menschen, die freiwillig Zeit investieren, um Content für die Community zu generieren, auch dafür entlohnt werden.

Im Grunde ist es eine ähnliche Diskussion wie damals vorm Release von Ubuntu 10.04. Dort hat Canonical das Design seiner Distribution radikal überarbeitet, dieser Umstand zusammen mit der Tatsache, dass mit Ubuntu auch weitere kostenpflichtige Dienste wie Ubuntu One angeboten werden, führten zu einer ähnlichen Diskussion mit ähnlichen Argumenten. Die Kernfrage lautet eigentlich: Kann man Freiheit und Kommerz vereinen?

Damals hatte ich auch schon einen Artikel darüber geschrieben und ich bleibe bei meiner Aussage: Ja, kann man! Viel zu oft wird von Befürwortern von Open Source betont, dass freie Software nicht mit Freibier gleichzusetzen sei, sondern mit Freiheit und man damit auch Geld verdienen könne (Red Hat sei hier als Beispiel genannt).

Wegen der GPL und anderen Lizenzen kann man freie Software nicht genauso wie proprietäre Software verkaufen, weswegen meist Geld mit Zusatzleistungen verdient wird, z.B Support, oder, im Falle von Canonical, mit zusätzlichen Diensten, bei dem man gegen Geld zusätzlichen Online-Speicher oder Musik erhält.

Bei den Blogbeiträgen ist es ähnlich: Jeder darf sie lesen, und oftmals stehen sie auch unter ein freien Lizenz wie Creative Commons, dass dem Nutzer das weiterverbreiten oder verändern der Inhalte erlaubt. Mit flattr, Paypal und anderen Spendendiensten besteht zusätzlich die Möglichkeit, dem Blogger für seine Arbeit zu danken und Geld zu verteilen. Die Einnahmen durch Spenden fallen nicht immer groß aus, wenn man Glück hat, reicht es, um die Serverkosten zu decken, aber von Geld verdienen im Stile eines kommerziellen Unternehmens kann keine Rede sein.

Anders wäre es, wenn Blogger ihre Beiträge hinter einer Paywall verstecken würden, d.h dass man sie nur gegen Geld lesen kann. Dies würde denn Open Source Gedanken widersprechen, weil die Arbeit nicht an die Community, sondern nur an einen Kreis von zahlenden Kunden weitergegeben wird. In diesem Falle muss man zahlen, im Falle von flattr kann man zahlen, wenn man will. Die Artikel an sich ist immer noch frei.

Ein anderer Punkt ist die Werbung. Hier könnte man wirklich eine Kollision mit der oben zitierten Regel sehen, denn flattr ist ein kommerzieller Dienst (behält schließlich 10% der Einnahmen), und ein flattr-Link ist indirekte Werbung für flattr – die Regeln verbieten jegliche Werbung. Wenn man diese Argumentationkette zuende denkt, müsste man viel mehr verbieten als nur flattr-Links. Wenn ein Blogger z.B seine Meinung über Ubuntu One schreibt, dann lesen viele Leute den Namen Ubuntu One, den Namen eines kommerziellen Dienstes, und der Name prägt sich unbewusst im Gedächtnis ein. Und wenn man irgendwann einen Cloud-Speicherdienst sucht wird man sich vielleicht an Ubuntu One erinnern und deswegen diesen Dienst nutzen – indirekt war das also Werbung. Blogger sind nunmal Multiplikatoren, weswegen viele Firmen auch Blogger auf ihre Angebote aufmerksam machen, weil sie genau wissen, dass ein Blog eine größere Reichweite haben kann als irgendeine Werbekampagne.

Man muss sich also überlegen, wo man die Grenze zieht. Würde man den Planet-Bloggern verbieten, den Namen von kommerziellen Projekten zu nennen, dann könnte man nur noch sehr eingeschränkt bloggen. Niemand könnte mehr bloggen, wie man seine Onboard-Grafik von Intel unter Ubuntu zum laufen kriegt, ohne (Negativ-)Werbung für Intel zu machen. Und über Aktionen wie das Humble Indie Bundle darf auch niemand mehr schreiben.

Die Regel zum Verbot von Werbung ist richtig und wichtig, niemand möchte, das Forum oder Planet mit Werbung vollgespamt werden, denn das wäre eine ziemliche Zweckentfremdung. Der Zweck von ubuntuusers.de ist es, anderen Menschen zu helfen – und darum ist die Intention eines Forenpostes oder eines Blogartikels wichtig. Wenn ein Artikel dazu dient, andere Ubuntu-Nutzer bei ihren Problemen zu helfen und nütztliche Informationen weiterzuverbreiten, dann ist der Artikel gut, auch wenn darin der Markenname irgendeines Produkt vorkommt. Dient der Artikel aber dazu, Werbung für ein bestimmtes Produkt zu machen und damit Geld zu verdienen, wie etwa ein Trigami-Review, dann hat der Artikel nichts im Planeten verloren.

Viele von Freiwilligen erzeugte Inhalte im Wiki, im Forum und im Planeten haben mir und vielen weiteren Usern schon weitergeholfen. Ich halte es nicht für verkehrt, wenn die Schreiber eine einfache Möglichkeit bereitstellen, ihnen für diese Inhalte zu danken. Niemand möchte sich an der Community bereichern, sondern es soll sichergestellt werden, dass die großartige Arbeit von Freiwilligen auch in der Zukunft bestehen kann. Wenn im Gegenzug dafür am Ende des Beitrags ein Link steht, der den Namen eines kommerziellen Dienstes trägt, dann ist das akzeptabel.

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35 thoughts on “Flattr und Open Source: Passt das zusammen?

  1. Nach der z.T. hitzigen, und emotionalen Diskussion ein Beitrag, der wohltuend sachlich daherkommt. Deiner Analyse und Schlussfolgerung kann ich nur zustimmen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Kommerzialisierung Ubuntus empfinde ich ein flattr-Verbot als unverhältnismäßig und unehrlich.

    Und was ist eigentlich mit den Buttons für Twitter? Hier wird doch auch Werbung für ein kommerzielles Unternehmen gemacht. Ja, ja, ich weiß: Twitter ist angeblich nicht auf Gewinn aus. Ich prophezeie jedoch heute, dass Twitter, das ca. 60 Mitarbeiter beschäftigt und bezahlt (Marktwert ca. 1 Milliarde $), eines Tages ähnlich wie Google wie eine goldene Kuh verhökert werden wird. Und alle Beiträge, die in der Zwischenzeit einen Re-Tweet-Button in ihren Artikeln hatten, werden dann zur Verbreitung und Marktsteigerung von Twitter beigetragen haben.

  2. Voll einverstanden mit deinem Beitrag. Der momentane Problempunkt mit flattr ist in meinen Augen nur noch der 10% Anteil der an flattr geht. Ich kann nicht sagen ob dieser Anteil gerechtfertigt ist. Zum einen scheint es ziemlich viel zu sein, wenn man die aktuellen Nutzerzahlen betrachtet. Aber es könnte gerechtfertigt sein, wenn für die Verteilung von so kleinen Beträgen einiges an Aufwand anfällt.

    Vom Auftritt von flattr her, scheint die Firma gute Absichten zu haben. Aber die Erklärung zum 10% Anteil ist nicht gerade vielsagend: “We take 10% of your incoming revenue as a fee to keep the Flattr systems afloat, hope that’s ok?”

    Evtl. könnte man bei flattr nach den Umständen fragen. Dies würde einiges zur Klärung beitragen.

  3. Vielen Dank für dieses Statement. Ich kann dem uneingeschränkt beipflichten. Mir ist ja nur die Inkonsequenz seitens uu.de aufgefallen. Und aus diesem Grund fand ich die Argumentation widersprüchlich. Wenn sie schon eine Regel aufstellen, sollten sie diese auch strikt umsetzen. Aber was solls, sie müssen selber wissen was sie tun. Letztendlich werden sie die Konsequenz tragen müssen, in dem die Attraktivität des Portals leidet. Es gibt immer einen Gewinner und einen Verlierer, in diesem Fall dürfte uu.de das nachsehen haben. Schade eigentlich. Ich denke die Betreiber eines Portals sollten auch auf die Qualität der Inhalte achten. Und um dies zu gewährleisten muss man vllt. auch mal einen unangenehmen Weg wählen.

  4. Hallo!

    Ich finde den Beitrag auch sehr sachlich, stimme in einem Detail aber nicht mit dir überein: Ich denke nicht, dass die Kommerzialisierung Ubuntus und flattr in Blogs tatsächlich auf der gleichen Ebene anzusiedeln sind. Wie du selbst sagst, stehen OpenSource und “Geld verdienen” eigentlich in keinerlei Widerspruch: Es ist wünschenswert und sinnvoll, auch mit OS Geld zu machen – nur nicht immer ganz so leicht, wie mit proprietärer Software.

    So gesehen kann man sich also kaum ernsthaft daran stören, dass Ubuntu Geld verdienen möchte. Das einzige “Problem”: Kommerzialisierung und die Interessen der Community sind nicht immer völlig deckungsgleich. Hier besteht ein gewisses Spannungsfeld.

    Bei flattr liegt die Sache m.E. ganz anders: Prinzipiell wird hier erstmal nur Geld umverteilt, was flattr vielleicht einmal zu *dem* OpenSource-Entlohnungs-Tool macht. Micropayment könnte für OS-Software ein großartiger Durchbruch werden – keine Frage. Dennoch sind auch Zweifel angebracht: Was passiert mit den 10% einbehaltenen Spendeneinnahmen? Bezahlt flattr damit nur Serverkosten? Oder wird damit auch Geld verdient? Könnte flattr nicht auch gemeinnützig sein? Wird es einmal sowas wie eine flattr-Foundation geben?
    So lange diese Frage nicht beantwortet sind, ist flattr zwar extrem nützlich und hat extrem viel Potenzial – es ist aber erstmal auch nur ein Anbieter, der sehr geschickt auf allen möglichen Seite seine “Werbung” verbreitet und mit jedem Klick mitverdient.

    Die Frage ist also gar nicht, ob der Blogger verdienen “darf” – natürlich darf er das! Aber wenn wir uns darauf einigen, dass flattr zumindest “ambivalent” ist, dann tut Ubuntuusers gut daran, die Benutzung von flattr im Namen der “Forenpolitik” einzuschränken. Wir würden uns ja auch darauf einigen, dass AdSense im Planeten nicht zu suchen hat.

    Nun hinkt der Vergleich zu AdSense gewaltig. Aber ich frage mich: Wo wäre das Problem bei AdSense? Das kontextbasierte Werbung im Planeten eingeblendet würde? Oder wäre es nicht (auch) ein grundsätzliches Problem, weil ein kommerzieller und global agierender Konzern auf diese Weise über die Seiten eines gemeinnützigen Vereins Geld verdienen würde?

    Und jetzt nochmal zur Klarstellung: Ich will flattr nicht dämonisieren, ich bin ein Stück weit begeistert davon. Ich habe aber durchaus auch Verständnis für die Entscheidung des Ubuntu-Teams.
    Und weiter: AdSense ist nicht flattr – das möchte ich nicht behauptet haben. Ich wollte nur ein grundsätzliches Problem anhand eines etwas eingängigeren Beispiels verdeutlichen, auch wenn flattr sicher weit davon entfernt ist, so groß wie Google zu sein. Ich hoffe, dass man mir die Parallele (Anbieter im Hintergrund, der mitverdient und von der Verbreitung der Werbung/Buttons extrem profitiert) abkaufen kann – bin natürlich aber immer auch für EInsprüche zu haben ;)

    Insgesamt – um das kurz zu resümieren – glaube ich, dass wir bei Ubuntuusers ein massives Kommunikationsproblem haben. Sprüche wie “Wir sind halt keine Demokratie” mag man Shuttleworth zugestehen – einem UU-Supporter stehen sie nicht gut zu Gesicht. Tatsächlich zeichnet sich eine lebendige Community (und das will UU ja sein) dadurch aus, dass Engagement und Anregungen von Benutzern ernsthaft diskutiert werden und diese so die Möglichkeit haben, ihre “virtuelle Umwelt” mitzuprägen.
    Ich sehe aber immer wieder – etwa bei der Diskussion um Themes, Öffnung des Planeten für Fremdbeiträge oder eben dieser flattr-Geschichte – nur recht unwirsche Alleinentscheidungen des Teams. Ein schönes Beispiel ist da m.E. etwa der Zeilenumbruch im UU-Forum. Natürlich habe ich mich daran gewöhnt – es ist aber m.E. dennoch eine doofe Idee, die dazu führt, dass man sich jeden Tag schlecht formatierte Texte von Erstlingen antun darf. Es ist mir schlicht unverständlich, warum man sich so standhaft weigert, eine solche Trivialität(!) mit der Community ergebnisoffen(!) zu diskutieren.

    Auch wer sich sonst mal im Forenbereich “Rund um Ubuntuusers” umsieht, wird immer wieder Team-Statements finden, die ich mal grob unter “Ihr könnt darüber gerne diskutieren – die Entscheidung wurde aber bereits getroffen und wird nicht mehr verändern” zusammenfassen würde.

    Diese Einstellung führt immer wieder dazu (wie hier bei flattr oder beim Planetenblogger-Projekt), dass es Separations-Tendenzen gibt und einige Tage lang eine gewaltige Mecker-Flut über den Planeten einbricht.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass man die Aufregung um flattr hätte mäßigen können, hätte man vorher offen diskutiert, ob sowas im Planeten(!) möglich ist. Es gab zwar eine flattr-Diskussion im Forum, die bezog sich aber in erster Linie auf die Nutzung von flattr durch Ubuntuusers als Spendenalternative. Wie vielsagend ist es, dass es in einem Community-Forum Umfrage-Optionen gibt, diese aber eigentlich allein dazu dienen Sinnlos- und Spaßfragen zu stellen? Man könnte die Umfragen ja auch nutzen, um zumindest einige wenige Entscheidung der Community zu überlassen.

    Die UU-Community hat es fertig gebracht, Chrisss gleich zwei mal zu verstoßen. Angesichts eines so aktiven und engagierten Mitglieds vielleicht ein Grund zum Nachdenken, oder?

    • Nun hinkt der Vergleich zu AdSense gewaltig. Aber ich frage mich: Wo wäre das Problem bei AdSense? Das kontextbasierte Werbung im Planeten eingeblendet würde? Oder wäre es nicht (auch) ein grundsätzliches Problem, weil ein kommerzieller und global agierender Konzern auf diese Weise über die Seiten eines gemeinnützigen Vereins Geld verdienen würde?

      AdSense ist aber tatsächlich Werbung. Werbung, die beim Lesen des Beitrags immer eingeblendet wird und eventuell beim Lesen stört. Flattr wäre nur ein kleiner Button, der weder Lesefluss noch Erscheinungsbild beeinträchtigt. Niemand wird gezwungen, flattr zu nutzen und auf den Button zu klicken.

      Ob man flattr nutzen sollte oder nicht, ist ein ganz anderes Thema. Ich habe mal einen Artikel zu dem Thema gelesen, in dem beschrieben wurde, das Projekte und Blogger das per flattr verdiente Geld nur nutzen, um andere zu flattrn. Da flattr immer 10% erhält, ist das Geld innerhalb des Kreislaufes irgendwann aufgebraucht und es muss neues eingezahlt werden, und am Ende ist der einzige, der daran verdient flattr selbst.

      • das mit dem kreislauf stimmt so meinesachtens nicht. schon allein weil es viele projekte gibt, die mehr bekommen als sie selber einzahlen, ebenso gibt es viele die selbst gar keinen blog zum flattern haben.

        10% finde ich im übrigen vollkommen in ordnung.

  5. Es wurde doch irgendwo breit und lang vor längerer Zeit bei ubuntuusers über Spenden diskutiert und dabei ist rausgekommen, dass es genügend Teammitglieder gibt die aussteigen würden, wenn irgendwer für seine freiwillige Arbeit Geld kassieren würde. Schon aus diesem Grund ist es verständlich, dass die Flattr-Links nicht toleriert werden, weil ansonsten ein größerer Teil des Teams von heute auf morgen aussteigen würde und wie wir ja alle wissen wächst zwar die Community, nicht aber im selben Maß der Anteil sich einbringender Anwender.
    Daher hat man die Entscheidung zu akzeptieren, alle anderen im Forum, Wiki, im Team leisten auch ohne finanzielle Gegenleistung ihre Arbeit.

    Und Canonical sprich Ubuntu mit ubuntuusers zu vergleichen ist ein Vergleich von Äpfeln und Birnen. Selbst wenn in Ubuntu immer mehr kommerzielle Dienste angeboten werden, was hat das mit ubuntuusers zu tun? Das eine ist ein Betriebssystem, hinter der eine gewinnorientierte Firma steht, dass andere ein Forum. Wenn man Vergleiche ziehen will, muss man sich schon das offizielle Forum (http://ubuntuforums.org) ansehen und da gibts auch keine Flattr-Buttons oder sonstige Links, selbiges trifft auf die größte europäische Ubuntu-Community zu: Ubuntu Frankreich.

    • Es geht um die Idee, mit unter freien Lizenzen stehenden Inhalten trotzdem Einnahmen zu erzielen. Ob das jetzt Quellcode ist oder Wiki-Artikel ist erst einmal egal. Canonical hat kein Problem damit, zusätzlich zum frei erhältlichen Ubuntu noch kostenpflichtige Zusatzleistungen anzubieten. Einige Blogger im Planeten bieten zu ihren frei erhältlichen Blogeinträgen zusätzlich noch die Möglichkeit an, Geld zu spenden.
      Weder müssen die Canonical-Produkte gekauft/gemietet noch muss der flattr-Button gedrückt werden. Der Vergleich hinkt natürlich schon, ein Blogger bekommt über seinen flattr-Button vielleicht ein paar Euro rein, eine Firma wie Canonical strebt natürlich höhere Gewinne an.

  6. Netter Artikel, schön sachlich.

    Allerdings verwende ich für meine Argumentationen eine andere Interpretation. Wer Werbung in seinem Blog hat der bekommt pro Klick einen Betrag x. Wo ist da der Unterschied zu einem flattr-Button? Aus dem flattr-Button entsteht für den Blogger ein direkter finanzieller Vorteil, genau das Selbe gilt für Werbebanner.

    Wenn Werbebanner verboten sind, warum sollte das dann für flattr nicht gelten?

    Ich sehe ja vollkommen ein, dass ein Blog auch finanziert werden will. Aber solche Community-Arbeit betrachte ich immer als ehrenamtlich. Und ehrenamtliche Arbeit wird nunmal nicht bezahlt, das ist einfach so. Auch das ubuntuusers.de-Team bekommt keinen Cent für die Arbeit, wir verlangen auch kein Geld. Wir investieren freiwillig. Wenn wir uns das persönlich nicht mehr leisten können (Zeit/Geld) dann müssen wir unsere Tätigkeiten einschränken. So einfach ist das.

    Was ich traurig finde ist, dass einige Blogger jetzt anfangen ihre eigene Popularität als Druckmittel einzusetzen um Regeln zu verändern, die schon lange bestand haben. Es wirkt auf mich ein bisschen so wie: „Ich hab jahrelang kostenlos für die Community gearbeitet, jetzt will ich aber auch endlich mal Geld dafür sehen. Werbung darf ich nicht schalten, ich versuche es mal mit flattr … wie darf ich auch nicht? Dann bin ich jetzt beleidigt und mache nicht mehr weiter!“

    Nur weil sich plötzlich eine bequeme Möglichkeit auftut um Geld zu erhalten und diese Möglichkeit nicht nach Bannern und Popups klingt die von Adblock sowieso geblockt würden, fangen plötzlich alle an zu betteln. Du sagst es ist keine Paywall? Hmm… „Wenn da drüben kein flattr-Button sein darf, dann erscheint mein Inhalt da auch nicht.“ Klingt aber nach einem Schritt in diese Richtung.

    Ich persönlich möchte keine Community die von einigen Wenigen gestaltet wird und bei der alle Anderen nur noch hirnlos auf irgendwelche Buttons klicken um 1,4¢ zu überweisen. Ich möchte eine aktive Community, bei der sich alle beteiligen.

    ~jug

    • Möchte ich auch – aber freiwillige Arbeit kostet nun mal Zeit und Geld. Und das gilt auch für alle Open Source Projekte, entweder werden diese über Spenden finanziert oder große Firmen beteiligen sich daran, meist beides. Letzteres hat natürlich den Nachteil, dass man von der Firma abhängig ist, so wie OpenSolaris von Oracle. Oracle hat offenbar kein Interesse daran, OpenSolaris weiterzuführen, also muss die Abhängigkeit gelöst und das ganze in ein Freiwliigen-Projekt überführt werden. Einfach ist dies nicht, schließlich wurde der meiste Code bisher von Sun entwickelt und es müssen viele Freiwillige gefunden werden, die es stemmen können, OpenSolaris allein weiterzuentwickeln.

      Spenden ist auch eine Möglichkeit, sich zu beteiligen, wenn man keine Zeit oder nicht die nötigen Fähigkeiten hat, selbst an dem Projekt zu arbeiten. Das gespendete Geld sollte dann natürlich nicht benutzt werden, um sich eine schöne Villa zu kaufen, sondern wieder in das Projekt reinvestiert werden, sonst ist das ganze natürlich Käse, klar.

  7. Ein sehr schöner Artikel, sachlich begründet und klar formuliert! Die Frage bleibt aber dennoch bestehen: Wo soll die Grenze gezogen werden? Was ist im Planeten erlaubt und was nicht? Wie kann klar unterschieden werden, welche Informationen und Links sowie Banner nicht in den Planeten passten und welche schon? Dort liegt die Schwierigkeit. Im Moment wird die Grenze beim Flattr-Banner gezeichnet. Das kann man freilich ändern, dazu braucht es aber ein regulativ; und das ist das Schwierige. Argumente für und wider eines Banners (oder eines Dienstes) finden sich etliche. Aber fass das mal in ein Regelwerk zusammen, das die meisten Anliegen der Blogger und deren Leser erfüllt.

  8. Hier wird vieles in einen Topf geworfen
    Es ist lediglich eine Entscheidung von den Betreibern der Webseite “ubuntuusers.de” und hat nun einmal gar nichts mit Ubuntu oder Canonical zu Tuen.
    Auch kann es bei anderen dieses auf anderen Ubuntu Webseiten durchaus anders gehandhabt werden.

    Die Seitenbetreiber von “ubuntuusers.de” können dies Festlegen wie sie möchten , niemand zwingt einen Blogger seine Artikel dort im Planet zu Veröffentlichen.
    Dies ist lediglich ein Angebot von “ubuntuusers.de” natürlich zu ihren Bedingungen.
    Der Blogger muß lediglich beim eingestellten Artikel auf Werbung oder Links zum Spendendienst flattr verzichten , auf seiner Webseite kann er es Handhaben wie er möchte.

    • Natürlich darf das Team von ubuntuusers.de entscheiden, wie es möchte, und auch selbst entscheiden, welche Blogs inm Planeten sein dürfen und welche nicht. ubuntuusers.de ist zwar keine Demokratie, aber es sollte auch keine Diktatur sein, und ich finde, dass Entscheidungen vorher in der Community diskutiert werden sollten – und genau darum geht es in Beiträgen wie diesen. Zwar kann man das Team zu nichts zwingen, aber es sollte vorher die Community anhören.

      Der Vergleich mit Canonical kommt daher, dass Tonfall und Art der Diskussion heute mit der Diskussion von damals recht ähnlich waren; so nach dem Motto, dass es etwas verwerfliches sei, mit Open Source Geld verdienen zu wollen.

    • Es geht ja nicht nur ums Geld, sondern auch um die Annerkunnung. Viele benutzen Open Source Software, einfach nur, weil man sie gratis benutzen kann und geben den Machern nichts zurück. Das ist völlig legitim und von den Machern auch so gewollt, denn sie haben sich die Lizenz ja ausgesucht. Aber trotzdem sollte es möglich sein, den Machern freiwillig etwas zurückzugeben und das möglichst einfach – ohne das darum gebeten wurde, sondern einfach, weil sie deren Arbeit schätzen und sich bei ihnen bedanken möchten.

  9. Hier geht es Hauptsächlich um die Refinanzierung von Blogs und ich glaube das die wenigsten davon den Machern der “Open Source Software” etwas Abgeben wollen.
    Von deren Arbeit leben aber letztendlich auch diese Blogger.

    Wer nun plötzlich aus Eigeninteresse die freiwillige Unentgeldliche Arbeit für “Open Source Software” Infrage stellt , stellt im Prinzip den ganzen “Open Source” Gedanken dahinter in Frage.

    Wenn man die Grenzen immer weiter Richtung einer Refinanzierung oder Kommerz Verschieben will wären wir vermutlich binnen kurzer Zeit wieder bei der Bezahlsoftware und Closed Source.

    Von daher sehe ich eine Grenzziehung schon als Gerechtfertigt an., nur wo sie gezogen wird lässt sich natürlich Diskutieren.
    In einem Forum kann auch keine Mitarbeit entlohnt werden obwohl sie sicher oftmals den gleichen Aufwand ” kostet” wie das betreiben eines privaten Blogs.

    Warum wollen hier die priv. Linux- Blogger plötzlich einen gewissen Sonderstatus für sich Beanspruchen?

    • Ja, immer diese Schreibenden Schmarotzer. Unmöglich, dass die Schreiben, Inhalte produzieren und dann nichts von ihrem Stück des Kuchens abgeben wollen. Ist dir schonmal in den Sinn gekommen dass das Schreiben von Beiträgen für Zeitschriften, Zeitungen und – ja auch- Blogs “Arbeit” ist, die man vergüten kann?

      • Das es Arbeit ist wird keiner Bestreiten und wer will kann auch einen Kommerziellen Blog oder Medienseite betreiben.

        Wir reden hier von einer “Open Source Community ” und der Webseite „ubuntuusers.de“
        Wenn Blogger von deren Popularität profitieren wollen müssen sie sich an deren Regeln halten.
        Kein Blogger wird dazu gezwungen seine Beiträge dort zu veröffentlichen.

        Ohne viele freiwillige Unentgeldliche Helfer gebe es zudem wohl keine Linux Foren mit Hilfe , kein Ubuntu WiKi … kein Wikipedia…… und und …. das Internet wäre um vieles Ärmer.
        Wenn dort nun auch jeder seine Kosten/ Nutzen Rechnung aufmachen würde ? viele sind sicher noch nicht einmal auf die Idee gekommen.

        Dieses Flattr fördet doch im Endeffekt nur die Bettlei und das Jammern unter den Bloggern zudem die “Sucht” nach noch mehr……

        Zitat : Dirks Logbuch
        “Ja, mir geht es immer noch oder vielmehr immer wieder auf die Nerven: Die ständige Bettelei um Geld. Am Schlimmsten finde ich dabei den Satz “Bitte geben Sie Geld, damit die Motivation erhalten bleibt.”

      • > Zitat : Dirks Logbuch „Ja, mir geht es immer noch oder vielmehr immer wieder auf die Nerven: Die ständige Bettelei um Geld. Am Schlimmsten finde ich dabei den Satz „Bitte geben Sie Geld, damit die Motivation erhalten bleibt.“

        Hast du dir mal Dirks Blog angesehen? http://www.deimeke.net/dirk/blog/ Da prangt ja selbst auf der Eingangsseite neben jedem Artikel ein Fattr-Button. Ist ein bisschen bigott, oder?

  10. Schöner Beitrag.
    Ich finde flattr zwar unnötig… aber nunja. Die Logik wie von die dargestellt verstehe ich aber auch. Als ich die Regel von uu.de las musste ich auch gleich an die Piraten Partei denken. Das Planet war vor den Wahlen ja nur ein großer Werbeblog für diese Partei… das wurde nicht verboten, wobei es auch in der Regel steht.
    Anderseits verstehe ich auch das uu-de Team. Sie müssen eben eine Entscheidung treffen, wie eng sie ihre eigene Regel interpretieren wollen.

    p.s. unter dem Eingabefeld der Kommentare hier ist ein Fehler “Die kannst”. passt nicht ganz ;)

  11. Ich finde übrigens diesen kleinen Werbefilm für flattr da sehr suggestiv. Da wird erzählt, dass man einen Kuchen hätte, und wenn man 10 Leute anklickt, dann jeder ein Zehntel bekäme.

    In Wirklichkeit sieht das ganz anders aus, da flattr ja erstmal 10% für sich beansprucht. Und vom Rest bekommt jeder 1/x-tel. Sobald aber die Zahl der angeklickten Dinge größer als 9 ist … nunja, die Leute die ich belohnen will bekommen jeder weniger als der Dienst über den die Bezahlung abgewickelt wird! Nicht Berücksichtigt sind weitere Kosten für den Transfer über diverse Banken/Zahlungsdienste.

    Gerecht wäre es, wenn flattr sagen würde: wir beanspruchen einen “Klick” für uns. Dann klicke ich im Monat 99 Dinge an und flattr zählt sich selbst dazu => jeder bekommt 1/100tel also 1%. Mit dem aktuellen Modell bekommt flattr aber 10% und der Rest jeder gerademal 0,9% vom Kuchen … flattr bekommt mehr als das Zehnfache von dem was alle Anderen bekommen. Auch hier sind weitere Kosten nicht berücksichtigt.

    Irgendwo ist da ein krasses Missverhältnis!

    ~jug

    • du kennst die kosten von flattr? ich wil lgar nicht bestreiten, dass es sich für sie lohnt, genau wissen kann ich es aber nicht. im übrigen nimmt jedes “geldverwaltungssystem” geld ein und finanziert sich.

      selbst wenn flattr 50% behalten würde, wäre es mir egal, denn anscheinend kommt so ja nun mehr raus als bei allen möglichen vorherigen systemen. und dann ist es doch erstmal gut. also finde ich.

  12. Hi jug,

    > Wo ist da der Unterschied zu einem flattr-Button?

    Eigentlich nur die Aufdringlichkeit. Ehrlich gesagt störe ich mich auch, wenn im Planeten mal wieder ein Feed über die Weltmachtsfirma mit G hereinkommt oder unter dem Beitrag ein Twitter-Logo zu finden ist. Aber dennoch werde ich es überleben. Ebenso wie ich einen flattr-Button überlebe, auch wenn ich selbst keinen einsetze.

    > Und ehrenamtliche Arbeit wird nunmal nicht bezahlt, das ist einfach so.

    Äh, *hust* krieg ich meine Spenden, die über den Verein explizit an ubuntuusers.de gingen, nun zurück? Auch wenn Ihr selbst kein Geld kriegt, das Projekt ubuntuusers.de wird von den Nutzern mitfinanziert. Wieso soll das bei Blogs nicht auch so sein?

    > „Wenn da drüben kein flattr-Button sein darf, dann erscheint mein Inhalt da auch nicht.“

    Vergiss nicht, dass es dazu keine Alternative gibt. Ob Chrisss seinen Blog im Planet aggregiert oder nicht, ändert nichts daran, dass seine Beitrage alle gelöscht werden würden. Also kann er sich das Aggregieren auch gleich sparen. Spart den Ikhaya-Leuten auch nur unnötige Arbeit. Ggf. könnte er seinen Feed irgendwie so präparieren, dass im Planet der Flattr-Button nicht angezeigt wird, da kenne ich mich in der Materie der Blogaggregation aber nicht aus.

    > trifft es eigentlich ganz gut: „Muss jedes Hobby fremdfinanziert werden?“

    *breitgrins* Du weißt aber, dass Du da jemanden verlinkst, der Flattr einsetzt? Du solltest Dir unbedingt auch den Beitrag von Dirk durchlesen: http://www.deimeke.net/dirk/blog/index.php?/archives/2266-Kostenloskultur-….html Zusmmeenhangloses Zitat: “Wer die Flattr-Buttons nicht mag, dem erkläre ich auch gerne, wie man sie mittels eines Adblockers oder mit einem einfachen Eintrag in der hosts-Datei ausblenden kann.”

    Nach wie vor verstehe ich die ganze Aufregung wie viele andere nicht. Wenn ich Chrisss Beiträge gut finde, kann ich ihn entweder anschreiben und um seine Kontoverbindung bitten (Das habe ich im übrigen bereits bei anderen Leuten gemacht [also nicht nach der Kontoverbindung, sondern allgemein nach Vergütung] und keine Antwort erhalten. So kann ich deren Arbeit leider nicht finanziell würdigen. :() oder ich bin froh darüber, dass mir ein Dienst wie Flattr die Möglichkeit dafür gibt. Ob das Finanzierungsmodell von Flattr gerecht ist oder nicht, darüber kann man streiten, aber ist ja nicht Teil der ursprünglichen Diskussion.

    An den Autor: Vielen Dank für die sachliche Zusammenfassung des ganzen Themas.

    Gruß Dee

  13. Hat Wladimir Palant von AdblockPlus eigentlich einen Flattr-Button (k.a.)? Hmm, und nen Video auf YouTube zur Erklärung von AdblockPlus gibt es auch noch – pfui. Das ist ja Werbung für YouTube.

    Wer surft denn eigentlich hier ohne Adblock (über 92000000 Downloads)? Ich habe den ersten Flattr-Button vor wenigen Tagen das erste mal gesehen. Und ja, ich finde es gut einem Blogger (z.b. Tim Pritlove, Chrisss, etc.) mal ein paar Cent zu überweisen. Reich wird damit keiner – und wenn doch so hat er / sie es wohl auch verdient. Es geht ja um eine freiwillige SPENDE! Soll heißen – ich verstehe die Aufregung echt nicht. Natürlich möchte ich auf UUsers auch nicht mit Werbung “zugeballert” werden – aber das wird auch nicht geschehen. Wobei, ist nicht alles Werbung?

    Wenn: Werbung = Böse! Dann: Internet = Böse!

    Man sollte da doch etwas unterscheiden.

    Peace Svenne

    p.s. Wenn Flattr damit auch Geld verdient, so stellen sie zumindest eine Funktion bereit die ALLEN von Nutzen sein kann. Wer sein Geld per Post veschicken möchte unterstützt damit auch die Post.

  14. Jap, definitiv der Sachlichste Beitrag unter den vielen flatter-relevanten Beiträge.

    Ich finde aber auch deine Argumentation sehr löblich und man merkt, dass dies nicht einfach so aus den Finger gesogen war, sondern das sich der Autor richtig Gedanken zu dem Thema gemacht hat.

    Ausserdem teile ich deine Ansicht auch. Wer die Blogger belohnen will, soll das auch dürfen. Auch wenn flatter vielleicht das falsche Medium dazu ist.

  15. Naja, so oft wie ich hier jetzt das Wort “sachlich” gelesen habe, möchte ich diese etwas relativieren. “Sachlich” bedeutet in meinen Augen nicht, Tatsachen so stark zu biegen bis sie meiner persönlichen Meinung entsprechen! Und wenn der Artikelschreiber meint, man könne die Werbung, welche bei einer Namensnennung präsent sei, mit dem Flattrbutton vergleichen, dann hinkt dies doch eher gewaltig. Dieser Flattrbutton ist am Ende jeden Artikels zu finden, noch dazu mit Logo. Dies kann man positiv oder negativ sehen, Fakt ist jedoch, es IST Werbung für ein kommerzielles Unternehmen. Hin oder her ob der Blogschreiber dadurch unterstützt wird oder nicht. Ich kann auch nicht einfach einen Link zu meinem Unternehmen, dass kommerzielle Dienste anbietet, an jeden Blog im Planeten anheften, oder? Da wäre das Aufschreien groß und es gäbe sicherlich KEINE Diskussion, dass dieser entfernt werden muss.

    • Ich kann auch nicht einfach einen Link zu meinem Unternehmen, dass kommerzielle Dienste anbietet, an jeden Blog im Planeten anheften, oder?

      In diesem Fall würdest du diesen Link aber einbinden, weil du gezielt Werbung für deine Produkte machen willst. Jemand, der einen Flattr-Button einbindet, tut dies wohl nicht in der Absicht, Werbung für flattr zu machen.

  16. kann dem Beitrag ebenfalls so unterschreiben; da es ein Button ist auf den man klicken kann und nicht muss ist es nicht wirklich ein Kommerz sondern nur eine Option den Autor mit Spenden zu unterstützen damit er seine Kosten wieder eintreibt, ist nur bequemer als Paypal und lohnt sich auch bei Kleinbeträgen…
    Das durch die Entscheidung gute Blogger vom Planeten gehen finde ich nicht so toll, werde sie mit deshalb direkt über RSS abonnieren

  17. Kommerz-Attacke auf den Ubuntu-Planeten! « LinuxNetzer Blog

  18. Deine Argumentation hat in meinen Augen einen Fehler: Wenn ich einen Blogpost zum Thema X (nehmen wir einfach mal Smartphones) schreibe, in dem ich das eiFone, die Desiree von HDC und die schwarze Beere (Kenner mögen erkennen, was ich meine) vergleiche oder auch nur auf eines tiefer eingehe, muss ich den nennen. Das gehört zum Thema des Artikels und stellt in dem Moment also eine Notwendigkeit dar, ohne die der Artikel eben nicht oder nur verkrüppelt erscheint. Anders aber Werbebanner, flattr-Bildchen und ähnliches. Sie gehören eben (außer jetzt gerade) nicht zum Thema des Artikels und sind deshalb auch gesondert zu betrachten.

    • Hm, da hast du Recht. Beides könnte man als Werbung auslegen. Aber das kommt natürich auch darauf an, wie streng man Werbung definiert und dafür gibt es ja die Regeln.

      Trotzdem ist bei beiden nicht die Absicht gegeben, Werbung zu machen. Bei dem einen ist es Teil des Artikels, bei dem anderen weißt du darauf hin, das es möglich ist, bei Dienst X zu spenden – und da ist es natürlich nötig, den Dienst zu nennen, ähnlich wie bei den ganzen Social Bookmark Buttons, die manche Blogger unter ihre Posts kleben, oder Twitter.

  19. Bei diesem Dienst gibt es noch ein Problem: Der Datenschutz. Dabei handelt es sich um eine Art User-Tracking. Den hier angesprochenen Blog mochte ich deshalb noch nie. Er ist sehr stark konsumorientiert. Darauf baut das eigentliche Geschäftsmodell auf.

    • Das ist ein generelles Problem bei Bezahldiensten, online wie offline. Dem Bezahldienst ist deine Identität bekannt und kann aufgrund der Transaktionen schnell ein Profil von dir erstellen. Deshalb zahl ich auch am liebsten bar und nicht mit Karte.

    • > Bei diesem Dienst gibt es noch ein Problem: Der Datenschutz. Dabei handelt es sich um eine Art User-Tracking.

      Daran wird gearbeitet Die REST API befindet sich im Beta-Test… http://forum.flattr.net/showthread.php?tid=366&pid=3046 Außerdem hatte ich – bewusst – nur einen Link in meinem Footer eingebaut. Von daher ist bei dieser Diskussion das Thema “Datenschutz” nicht relevant.

      > Den hier angesprochenen Blog mochte ich deshalb noch nie. Er ist sehr stark konsumorientiert. Darauf baut das eigentliche Geschäftsmodell auf.

      Hört sich fast so an, als ob man sich dafür schämen müsste… Es ist das Konzept des Blogs! FLOSS-Blogger, die über ihre Entwicklungen schreiben gibt es viele. Die meisten dieser Blogs sind für den Linux-Anwender uninteressant. Anwender von FLOSS-Software, die über die Anwendungen schreiben und handfeste Tipps zum Gebrauch von FLOSS liefern, gab es zu dem Zeitpunkt als ich Linux Und Ich gestartet habe (damals noch unter einer anderen Domain) in Deutschland nur wenige. Von daher ja, es geht um den Konsum! Um den Komsum von FLOSS und dazu gehören auch Tipps welche Hardware gut unter Linux läuft.

  20. Ich habe mich auch schon im flattr-Thread auf uu.de abgearbeitet, die Idee zu flattr im Software-Center (http://brainstorm.ubuntu.com/idea/25383/) versucht mit Diskussion zu beleben und auch auf ubuntuforum.org ein Thread aufgemacht (http://ubuntuforums.org/showthread.php?p=9739317#post9739317) , das im Café verschimmelt und bin damit offensichtlich jemand, der die potentiellen Vorteile von flattr gegenüber der kommerziellen Natur des Dienstes höher bewertet. Es freut mich, dass die Diskussion auch im Planeten angekommen ist.

    In meinen Augen ist die mangelnde Diskussionsbereitschaft ein Kritikpunkt, den man getrennt von flattr diskutieren sollte. Da besteht auch aus meiner Sicht ganz klar Verbesserungsbedarf.

    Zum anderen will ich an dieser Stelle nur noch einmal betonen, dass flattr ausdrücklich sagt, dass sie die 10% zu reduzieren gedenken. Das ist natürlich erstmal nur eine Absichtsbekundung, aber ich denke in Bälde wird sich dahingehend Klarheit ergeben.
    Mr. Picklesworth hat zu den Kosten eine gute Aussage gemacht: “So, you want to use a service to support people, but you don’t want to support the service?”

    Ich denke ein Community-flattr ist nicht erreichbar und auch ein Ubuntu-flattr würde sich kaum durchsetzen.
    Die so rasant wachsende Verbreitung von flattr ist ein Riesenvorteil.

    Gehört zwar nur sekundär dazu, aber ich war wirklich geschockt, als im Thread im engl. Forum 3-4 Beiträge kommentarlos (!!!!) gelöscht wurden in denen es um den PirateBay-Hintergrund der flattr-Gründe ging. Ich habe das im Urlaub gemerkt, hatte also keine große Motivation mich direkt damit zu befassen aber ich werde nochmal versuchen da Licht ins Dunkel zu bringen. Aus meinen Augen war das krasse Zensur.

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