Hürden auf dem Weg zu Linux

In vielen Bereichen ist Linux etabliert oder sogar dominierend, nur nicht auf dem Desktop. Oft wurde das “Jahr des Linux-Desktops” angekündigt, und es wurde nichts daraus. Warum ist da so? Liegt es an den zu vielen Distributionen? Fehlende Kernel-Schnittstellen? Hässliche GUIs? Fehlende Dokumentation und Software? Treiber? Teilweise. Viele dieser Probleme wurden gelöst, es kommt aber immer noch nicht wirklich vorwärts.

Um diese Frage zu klären, müssen wir erst einmal betrachten, wie ein Benutzer überhaupt zu Linux kommt. Jemand, der einen Computer benötigt, kauft ihn im Laden, da ist Windows vorinstalliert, betriebsbereit. Dies müsste vom Benutzer durch Linux ersetzt werden, es besteht aber kein akuter Bedarf nach einem Betriebssystem. Was muss nun passieren, damit dieser Benutzer trotzdem Linux installiert?

1. Man muss wissen, was ein Betriebssystem ist.

Wissen die meisten Nutzer nicht. Wollen viele gar nicht wissen. Die sind froh, wenn der Computer überhaupt funktioniert. Wenn sie gefragt werden, welches Betriebssystem sie verwenden, gucken sie einen unverständlich an und weisen darauf hin, dass sie sich nicht auskennen und es sie auch nicht interessiert. Vielleicht haben manche im Discounter gesehen, dass die Computer von Apple irgendwie eine andere Oberfläche haben, halten das Betriebssystem aber vielleicht für einen Teil der Hardware. Manche glauben, dass Windows das Ding ist, was kommt, wenn man den PC anmacht. Solche Leute werden niemals ein anderes Betriebssystem installieren können und können damit auch nicht Linux benutzen.

2. Man muss wissen, dass es Linux gibt und überzeugt sein, dass es für einen besser geeignet ist.

Einige Leute, die sich vielleicht ein bisschen mehr für Computer interessieren, wissen, was ein Betriebssystem ist, dass Windows und Linux Betriebssysteme sind und dass man sich ein anderes Betriebssystem installieren kann. Wahrscheinlich haben sie selbst schon einmal Windows neu installiert. Aber das reicht noch nicht, die Leute müssen denken, dass Linux für ihre Bedürfnisse besser geeignet ist als Windows. Dies ist nicht immer der Fall, so benötigen viele Leute Software, die nicht unter Linux läuft. Die übrig gebliebenen Leute, denen Linux besser gefallen würde, denken oft, Linux sei ein kompliziertes System, nur für Hacker und Nerds und ignorieren es daher. Einige kommen vielleicht über Computer-Zeitschriften oder das Internet auf den Geschmack.

3. Man muss die Entscheidung treffen, Linux zu installieren. Und es installiert lassen.

Diese Leute müssen sich dann für eine Distribution entscheiden. Jene Hürde wird öfter angeführt, ist aber nicht so hoch, da meistens die Distribution genommen wird, die überall als nutzerfreundlich deklariert wird, also Ubuntu, Mint oder Suse. Dann muss man sich die Zeit nehmen, tatsächlich die gewählte Distribution zu installieren, aber die meisten Leute haben andere Dinge zu tun und nur wenig Zeit zu Verfügung. Funktioniert irgendwas nicht so wie gedacht, fliegt Linux wieder vom Rechner, die meisten probieren nur die Live-CD aus. Wenige installieren sich ein Linux-System wirklich (meist parallel zu Windows) und beginnen, damit zu arbeiten, vielleicht Linux bald als Haupt-System zu verwenden.

4. Man muss die Probleme lösen, die beim Benutzen auftreten.

Durch die hohe Verbreitung von Windows läuft viele Hardware und Software nur unter Windows. Die Leute wollen sich nicht für Linux neue Hardware kaufen und können oft nicht auf andere Software umsteigen. Vielleicht haben die Daten in Formaten gespeichert, die mit Linux-Programmen nicht gelesen werden können. Außerdem ist Linux nicht Windows, man muss sich bei einigem umgewöhnen, manchmal fehlt die notwendige Dokumentation und man hat nicht den Kumpel, der einen bei PC-Problemen immer hilft.

5. Man muss sich von Windows lösen.

Mal ehrlich: Dual-Boot ist nicht praktikabel für normale Anwender. Niemand will ständig zwischen zwei Systemen wechseln und diese pflegen müssen. Das ist was für Linux-Enthusiasten, es ist eine Notlösung und nicht dauerhaft praktikabel. Wenn man nicht alles, was man tun kann, mit Linux erledigen kann, wird der durchschnittliche Benutzer bald wieder zu Windows zurückwechseln. Linux ist nur dann ein Konkurrent zu Windows, wenn es Windows nicht braucht.

Und nun?

Betrachtet man diese Punkte, dann ist es erstaunlich, dass Linux überhaupt einen wahrnehmbaren Marktanteil hat. Es muss also ziemlich gut sein :-). Schätzt man die Menge der Nutzer ab, auf die all die Anforderungen zutreffen, kommt man auch auf den Linux-Marktanteil. Wie erhöht man ihn?

Schauen wir uns mal die Segmente an, in denen Linux erfolgreich ist. Das ist entweder da, wo die Entscheidungen von Leuten getroffen werden, die sich auskennen, da sollte es nur noch auf die technischen Eigenschaften von Linux ankommen, oder da, wo der Anwender Linux nicht installieren muss, wie bei Smartphones und Tablets. Hier dominiert Android, eine Linux-Distribution, gefolgt von iOS, einem UNIX-Systemen. Windows spielt nur eine geringe Rolle. Will Linux nun auch auf Desktops erfolgreich werden, dann muss Linux vorinstalliert werden!

Aktuell gibt es ja die Diskussion um UEFI Secure Boot, was die Installation von Linux auf einem Computer deutlich erschwert, da man einen eigenen Schlüssel generieren und sein System signieren muss, oder man schaltet Secure Boot ab, wenn das überhaupt möglich ist. Fedora und Ubuntu haben sich bereits Workarounds ausgedacht, aber es sind eben nur Workarounds, die wahrscheinlich wieder Probleme bereiten werden, mindestens muss sich der Nutzer mit Secure Boot beschäftigen und das wird noch mehr Nutzer abschrecken.

Diese Probleme hätte man nicht, wenn es endlich Computer zu kaufen gäbe, auf denen eine Linux-Distribution vorinstalliert ist. Secure Boot gäbe es nicht oder es wäre der Schlüssel der Distribution vorinstalliert, und die Distribution können den Hardware-Herstellern zur Vorgabe machen, die Möglichkeit zu schaffen, eigene Schlüssel hinzufügen zu können, damit man auch selbst-kompilierte Kernels nutzen kann. Ein Firma wie Canonical hätte die Möglichkeit, nach dem Vorbild der Open Handset Alliance mit den Hardware-Herstellern zusammenzuarbeiten, um Computer mit vorinstalliertem Ubuntu anzubieten. Mit Windows 8 experimentiert Microsoft ohnehin, dass wäre eine Chance, eine Alternative zu offerieren. Die größten Hürden, 1-3, würden irrelevant werden, und mit der steigenden Verbreitung würden auch 4+5 verschwinden.

Aber wo sind sie denn, die Linux-Computer? Wo kann ich sie kaufen? Manche kann man irgendwo im Internet bestellen, aber wenn man nicht gezielt danach sucht, kommt man nicht damit in Berührung. Arbeitet mit Hardware-Herstellern zusammen, oder baut eure eigene Hardware (Mark hätte ja das nötige Kleingeld). Bietet Dinge, die es woanders nicht gibt, Ubuntu for Android ist doch schonmal ein Anfang, dann werden die Leute bald Ubuntu auch auf ihrem normalem Computer haben wollen (oder ihr Smartphone wird ihren alten Windows-PC ersetzen). Wir haben schöne GUIs, gute Dokumentation (wiki.ubuntuusers.de), es gibt tolle Anwendung für Linux, es wird mehr Hardware unterstützt als je zuvor, der Ruf des Freak-Systems verschwindet langsam (gut, dass wir es nicht Freax genannt haben); es wird Zeit, dass Linux auch in die Regale kommt.

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15 Gedanken zu “Hürden auf dem Weg zu Linux

  1. Ich unterrichte Jugendliche und die größte Hürde ist hier nicht Linux, sondern die aktuellen Spiele unter Windows. Sicherheitsdenken oder ähnliches spielt für eingefleischte Windows-Spiele-User faktisch keine Rolle, solange Ihre aktuellen Spiele funktionieren. Einige berichten sogar mit Stolz, dass sie lustige Trojaner auf dem Rechner haben (immerhin meldet da die “Schutz”-Software noch etwas) und versuchen trotzem nicht umzudenken.
    Meiner Meinung nach eine Erklärung: Die Computerkenntnisse gehen in den nachfolgenden Generationen seit Jahren mit erschreckender Gleichmäßigkeit zurück! Das Verständnis um Zusammenhänge, auch was das persönliches Verhalten angeht, zwischen Betriebssystem und sinnvoller Benutzung ist fast nicht vorhanden.
    Ein paar steigen aber zum Glück dennoch um, man muss nur gewillt sein, Ihnen am Anfang zu helfen und Ruhe zu bewahren. ;)

    • Die Computerkenntnisse gehen in den nachfolgenden Generationen seit Jahren mit erschreckender Gleichmäßigkeit zurück!

      Das ist mir auch schon aufgefallen. In den Massenmedien wird oft irgendwas von Digital Natives erzählt, aber oft haben die Digital Immigrants doch mehr Ahnung.

      Spiele gehörten dann zu Punkt 4. Wer tatsächlich mit dem Computer hauptsächlich spielt, der kann mit Linux derzeit nichts anfangen. Mit steigender Verbreitung wird sich das ändern, für Android gibt es ja auch massenhaft Spiele.

  2. Zitat> Mal ehrlich: Dual-Boot ist nicht praktikabel für normale Anwender.
    Naja. Ich habe Windows noch drauf, arbeite aber nicht damit. Ich habe es aber z.B. vor zwei Wochen für eine Fahrschul-CD gebraucht. Das Programm lief halt nur unter Windows. Bevor ich mit Wine herum trickse lass ich mir die Dualboot Option offen.

  3. IMHO: Jeder fragt sich, wie kann man mehr Leute von Linux überzeugen, ich frage mich: Warum?
    Meiner Meinung nach hat es für uns nur Nachteile, wenn es mehr Linuxnutzer gibt, vor allem, wenn man sie aus den Reihen der Windowsnutzer bekehrt:

    1. Der Fall Mac OS X zeigt, es gibt einen kritischen Punkt, ab dem Malware Autoren auf ein System aufmerksam werden. Die Mac OS X Nutzer hat es besonders hart getroffen wegen ihrer Arroganz zu glauben, das sie unverwundbar sind. Wenn es uns trifft, wird es nicht weniger peinlich, da man gerade von uns erwartet, das wir Ahnung haben und selbst unter einem Windows 98 mit IExplorer 6 nicht angreifbar sind (vll etwas übertrieben).

    2. Jedes OS bringt seinen Programmierern einen größeren Vorteil, je mehr es genutzt wird. Windows bringt Geld, Mac OS X bringt Hardware Verkäufe und Linux bringt Entwickler. Aber so einfach ist es leider nicht, jedenfalls nicht im letzten Fall: Die im Beitrag beschriebene Zielgruppe wird sich einen ****** für die Entwicklung interessieren. Wenn etwas nicht funktioniert, wird niemand einen Bug melden.

    Man muss sich in die Denkweise des Otto-Normal-Windowsnutzers hineinversetzen: Jemand sorgt dafür, das ich ein System habe, das funktioniert, wenn es nicht funktioniert, hat jemand was falsch gemacht und ich muss mich beschweren. Man wird es niemals in die Köpfe bekommen, dass Linux ein Gemeinschaftsprojekt ist, das durch jeden einzelnen Nutzer lebt. Wenn ein Fehler auftritt, wird sich nur darüber beschwert, wie schlecht Linux sei.

    Wir sollten das ganz anders angehen: Linuxnutzer nutzen Linux, Windowsnutzer Windows, und wenn jemand fragt, dann bekommt er Linux gezeigt, dann weist man ihn auf die Schwierigkeiten hin und erst dann soll er eine Live-CD ausprobieren. Auf diese Weise habe ich schon Windowsnutzer “bekehrt”, aber die nutzen das System bis heute, sind zufrieden und akzeptieren, das auch mal etwas nicht funktioniert.

    Durch massenhafte Bekehrung werden aber nur Ressourcen an den Support gebunden, wovon die Projekte an sich aber gar keinen Nutzen ziehen können.

    Mich interessiert eher, warum wollen so viele Linuxnutzer, das Linux größere Marktanteile erreicht? Ich habe das Gefühl, das wir früher immer die Außenseiter unter den PC-Nutzern waren, weil wir kein Counter Strike mit den anderen zocken konnten und immer nur schief angeschaut wurden auf LAN-Partys. Jetzt wollen wir alle beweisen, das wir die ganze Zeit recht hatten. Meine Meinung: lass die Leute leiden unter ihrem Windows, wenn sie das doch so gerne wollen. Wenn sie keine Lust mehr auf Leiden haben, dann zeigen wir ihnen, wie es besser geht.

    free(IMHO);
    return 0;

    • Natürlich wird der Großteil der neuen Nutzer nicht direkt zu Linux oder anderen Projekten beitragen, die benutzen das System einfach, haben aber einen anderen Beruf, den sie nachgehen müssen. Indirekt tragen sie jedoch bei, so wird Linux für Firmen interessanter, z.B werden sie Treiber für Linux bereitstellen müssen, weil sonst ein beachtlicher Teil ihrer Kunden ihre Hardware nicht nutzen kann, es wird mehr (auch proprietäre) Software für Linux entwickelt und der Linux-Kernel selbst und andere Programme werden mehr von Firmen gestellte Entwickler bekommen. Es gibt zwar Open-Source-Software, die ausschließlich von der Community entwickelt wird, die erfolgreichen Projekte werden aber in der Regel von Firmen unterstützt, irgendwo muss ja auch das Geld herkommen. Und mit mehr Nutzern lässt sich mehr Geld verdienen.

  4. Was zu einem größeren Marktanteil fehlt ist ein gemeinsames LOGO für alle Distributionen. Und da fängt das Dilemma für Hardwarehersteller und möglichen Kunden/Nutzer gleichermaßen an. Wer will schon ein Nischenprodukt haben, das sind wirklich nur die Freaks.
    Vergleicht man das mal mit dem Monopolisten Microsoft, so wird man feststellen
    1. immer das gleiche LOGO
    2. immer die gleiche Bezeichnung, namlich WINDOWS mit Anhang 95, 98, xp, Vista, 7, 8
    Fragt man einen WINDOWS-Nutzer welches Betriebssystem er auf seinem Computer nutzt, wird er große fragende Augen bekommen und die mit einem unverständlichen Lächeln sagen: WINDOWS x nicht Betriebsystem
    Zum anderen ist es einfach so, daß wenn sich die Nutzer an etwas gewöhnt haben, gerade dann LINUX wieder alles über den Haufen wirft – siehe graphische Oberfläche.
    Der Nutzer will etwas beständiges und das bekommt es von Microsoft mit all seinen Stärken und Schwächen.
    Und der Bekanntheitsgrad eines Betriebsystems geht über die private Nutzung erst mal.
    Dazu fehlen auch bestimmte Programme die es für LINUX nicht gibt (hier erwähnt Videochat -Skype von MS) und das leichte auffinden von Programmen.
    Nochmal zurück zum LOGO. Wer will wissen was ist UBUNTU, SUSE, MINT, etc. alle haben unterschiedliche Aufmachungen und der “Motor” ist doch das gleiche, nämlich LINUX.
    ändert man die Bezeichnung generell in LINUX mit Erweiterung (Name der Distribution) bei immer gleichen LOGO dann hat man in der Vermarktung schon einen Riesenschritt nach vorne getan.

    • Der Nutzer will etwas beständiges und das bekommt es von Microsoft mit all seinen Stärken und Schwächen.

      Wie bspw. Windows 8 und die Metro UI ;)

  5. Nach meiner Erfahrung kann man es einfacher zusammenfassen. Die Angst vor neuen Dingen gepaart damit, dass die meisten ehr Anwender als fortgeschrittene Nutzer sind. Und Linux hat noch immer dieses Nerd-Image.
    Und wenn der Linux-Neuling dann seinen DVB-T-Stock reinsteckt und nichts passiert, ist er meist schon bedient.
    Am Beispiel meiner Frau, die unfreiwillig nun Linux nutzt und mittlerweile sich zurechtfindet, kann ich sehen, dass der Unity-Desktop den unbedarften Nutzer eher abschreckt als anlockt.

  6. Hallo

    Ich denke auch, dass der sichere Weg wäre Linux überall vorzuinstallieren. Ohne Frage würde der Marktanteil genau wie bei Android-Smartphones in die Höhe schnellen. Die meisten Leute interessieren sich in der Tat wenig für Software, ich halte sie aber nicht pauschal für zu doof, sondern einfach für desinteressiert und zu faul.

    Der Leidensdruck ist einfach nicht groß genug, um sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Ganz zu schweigen, dass sich alle immer über Datenschutz aufregen, dann aber gezielt zu proprietärer Software und Diensten greifen, die eben nicht transparent sind oder wenn in den Medien MacOS hochgejazzt wird und es Sondersendungen zu Steve Jobs gibt, aber eine Meldung zu Dennis Ritchie dabei untergeht. Das ist einfach schizophren.

    Dual-Boot kann bei einem Wechsel von Windows zu Linux schon helfen. Na klar, kann Linux auch alles sofort, aber am Anfang ist man sich einfach nicht sicher, was man tun muss und hat bei einem Dual-Boot-System noch die Chance sich umzugewöhnen bzw. abzunabeln.

    Ich habe tatsächlich schon ein paar Netbooks mit Ubuntu vorinstalliert gesehen, aber das ist eben die Ausnahme. Vielleicht sollten wir mehr herausstellen, dass Freie Software schon heute viel verändert hat, z.B. angefangen mit den Webbrowsern wie Firefox und Chromium, was eine gute Entwicklung ist.

    Meine 2 cent und schöner Artikel

  7. Viele Leute benutzen ihren Rechner um zu Spielen.
    Da die meisten Spiele grafisch auf D9 oder 11 ausgelegt sind, sieht die OpenGL Version davon meist sehr guffelig aus.
    Wieso also ein Betriebssystem benutzen, was die von mir gekauften Produkte nicht 100% Unterstützt? Versteh mich bitte nicht falsch – ich selbst spiele glg. mit Wine aber der Unterschied ist einfach noch zu gravierend.

    Zum Arbeiten ist Linux wohl die beste und erste Wahl, zum Spielen allerdings denkbar ungeeignet – sofern es sich um Top aktuelle Titel handelt oder diverse MMOs.

    • Da stimm ich dir zu, siehe Punkt 4. Aber gerade durch die Tatsache, dass durch PlayStation, Android, iOS etc. bereits OpenGL bei den Spielekonzernen verwendet, liegt es nahe, zukünftig auch bei Windows OpenGL zu verwenden, und schon ist man einen Schritt näher an der Linux-Version.

    • Den Einwand mit dem Spielen unter Linux hört man oft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sowohl World of Warcraft als auch Runes of Magic sehr gut mit Wine und Linux funktionieren. Starcraft II und Diablo III tun es ebenfalls. Man muss einfach sehen, dass es Firmen gibt, die Wert auf Kompatibilität legen (auch wenn das bei Blizzard-Spielen wohl ein Nebenprodukt zur MacOS-Unterstützung ist) und andere, die sich darum überhaupt nicht kümmern. Die Produkte der letzteren sollte man als Linuxspieler deswegen einfach nicht kaufen.

      Es gibt mehr als genug freie als auch proprietäre Spiele, die sehr gut unter Linux funktionieren. Mehr als man überhaupt durchspielen kann. Es stimmt wohl, dass dennoch viele Windows-Spiele entweder gar nicht oder mit schlechterer Performance spielbar sind, aber muss man deswegen Linux generell in Frage stellen?

      Wenn man sich eine Playstation oder Xbox kauft, macht man das wegen der Spiele. Genauso sehe ich das auch bei Windows. Wenn man ohne Windows-Spiel X nicht leben kann, muss man eben die Lizenz für Windows kaufen, aber nicht die Linux-Gemeinschaft dafür verantwortlich machen, dass das der Grund ist, warum man mit Linux nichts anfangen kann.

  8. Tja, so viele Erklärungen. Aber könnte es nicht einfach sein, daß die zur Verfügung stehende Softwareauswahl ein großes Kriterium ist? Und kommt mir jetzt nicht mit den gefühlt 3 Millionen Supportbibliotheken oder Kommandozeilenprogrammen. Ich meine intuitiv zu bedienende, hochwertige Software, die mit den Platzhirschen im Win/Mac-Universum mithalten kann. Die ist unter Linux leider in vielen Bereichen relativ selten vertreten.

    Es ist korrekt, daß viele User (= “normale” Nutzer) keinen großen Wert darauf legen, wer die Werkbank baut. Aber auf die Werkzeuge legen sie oft größeren Wert, als Manchem klar zu sein scheint.

    • Was kostenlose Software angeht, so scheint es da unter allen drei Systemen gleich viele hochwertige Programme zu geben, nicht selten stammen dieses auch aus der Open Source Welt. Kostenpflichtige Software ist unter Linux wirklich rar, da es einfach zu wenige Nutzer gibt und sich so die Entwicklung nicht lohnt. Und um bei Privatanwender-Software heute noch Geld verlangen zu können, muss die Software schon wirklich was bieten, auch kommen sehr viele Nutzer mit den kostenlosen Programmen aus.

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