Alle 6 Monate – im April und Oktober – erscheint eine neue Ubuntu-Version. Heute, am 23.April.2009 hat Ubuntu 9.04 "Jaunty Jackalope" das Licht der Welt erblickt. Ich konnte mir natürlich nicht verkneifen das neue Release auszuprobieren. Installiert habe ich Ubuntu via Wubi, einer kleinen Software die es erlaubt Ubuntu auf einer virtuellen Festplatte innerhalb einer Windows-Partition zu installieren. Einfach die heruntergeladene ISO-Datei z.B per WinCDEmu einhängen, Autoplay aktivieren, Install inside Windows wählen und rebooten.
Danach präsentiert sich Ubuntu in gewohnter Manier. Äußerlich hat sich wenig verändert – schließlich lautet bei Ubuntu dass Motto eher Evolution statt Revolution. Die Schriftglättung scheint mir etwas besser zu sein, kann mich aber auch täuschen. WLAN aktivieren, Updates machen, Sprachdateien nachinstallieren – klappt alles, wie in der Vorgänger-Version auch. Allerdings musste ich keinen Grafikkartentreiber (ATI Radeon X1650) installieren, den der scheint schon in Ubuntu standardmäßig enthalten sein. Angenehm ist, dass ich unter Ubuntu nun vernünftig Videos gucken kann und gleichzeitig Compiz aktiv sein kann. In der Vorgängerversion flackerten die Videos beim Abspielen immer, dies ist jetzt gefixt
ext4
Die größte Neuerung dürfte wohl die Unterstützung von ext4 sein. Wer will, der kann seine bestehende ext3 Partition in eine ext4-Partition umwandeln, man kann dann aber natürlich nicht mehr von älteren Live-CDs darauf zugreifen. Sollte man ext4 einsetzen, also unbedingt seine Live-CD neu brenne, damit man die Daten im Falle eines Systemcrashs retten kann!
Rechner-Hausmeister
Außerdem ist eine neue Applikation hinzugekommen, der Rechner-Hausmeister. Funktioniert ein wenig wie ein Reg-Cleaner, nur dass hier nicht die Registrierung durchforstet wird, sondern diverse Konfigurationsdateien wie beispielsweise fstab. Der Sinn eines solchen Tools erschließt sich mir nicht ganz. Auf alle Fälle sollte man mit viel Vorsicht an die Sache rangehen, wenn das System stabil läuft und kleine Probleme auftreten, braucht man auch nicht wild Einträge zu "fixen", dabei kann einem mal schnell das System flöten gehen. Ich kenn mich zwar ganz gut mit Linux aus (woran die ubuntuusers.de-Community nicht ganz unschuldig ist) aber solche Touren überlasse ich dann doch lieber den Gurus.
Benachrichtigungen
Mac-Usern sagt vielleicht der Name Growl was. Genauso ein Benachrichtigungsdienst bekommt Ubuntu jetzt auch: So wird jetzt z.B der Ausfall des WLAN-Netzes in einer schicken, schwarzen, transparenten Box verkündet. Wer sich das ganze mal ansehen möchte, dem sei dieser Flashfilm empfohlen.
Software-Updates
Selbstverständlich wurden die in Ubuntu enthaltenen Programme aktualisiert. So ist nun z.B OpenOffice 3.0 enthalten. OpenOffice 3.0 braucht nun also nicht mehr nachgerüstet zu werden.
Eine Kleinigkeit noch, die mir aufgefallen ist: Viele von euch haben vielleicht eine von diesen Tastaturen, wo solche "Kurztasten" drauf sind. Diese funktionieren unter Ubuntu auch – zumindest die von meiner Microsoft PS/2 Tastatur. Da gibt es z.B eine Knopf für die Lautstärkeregelung – Ubuntu zeigt die entsprechende Benachrichtigung an. Bei drücken des Taschenrechnerknopfes wird der Taschenrechner geöffnet und bei drücken des Multimediaknopfes öffnet sich Rhythmbox. Nur beim drücken des Explorer-Knopfes passiert nichts.
Alles in allen bringt das Update willkommene Verbesserungen. Ich arbeite gerade daran, meinen iPod touch unter Ubuntu zum laufen zu kriegen. Via iTunes läuft das schonmal nicht, denn das gibt’s nur für Windows und Mac OS X. Hab gehört, das man via Cydia einen SSH-Server installieren und dann mit einer Linux-Bibliothek darüber synchronisieren kann. Also langweilig wird mir in den nächsten Wochen bestimmt nicht. Oder wie heißt es so schön:
- Unter Linux will man basteln
- Unter Windows muss man basteln
- Unter Mac OS X kann man arbeiten
- Unter Hackinthosh will man arbeiten, muss aber basteln
(Hat irgendjemand mal in einem Kommentar zur Hackintosh-Debatte geschrieben)
Also, wenn ihr Ubuntu 9.04 ausprobieren wollt, dann klickt mal hier