Kürzlich schrieb ich ja einen Artikel über Sleutel, einem plattformunabhängigen Passwort-Manager. In den Kommentaren dazu wies mich ucn| auf eine interessante Alternative hin, die sich Revelation nennt.
Revelation befindet sich in den Ubuntu-Quellen, daher reicht ein einfaches
$ sudo apt-get install revelation
für die Installation. Anschließend kann das Programm über Anwendungen->Zubehör->Revelation Password Manager gestartet werden. Hier erscheint erstmal eine Fehlermeldung, in der verkündet wird, es sei keine Konfigurationsdatei vorhanden. Davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Revelation erstellt natürlich automatisch eine, was beim ersten Start eines Programms ja nicht unüblich ist.
Revelation bietet Vorlagen für die verschiedensten Zwecke an – von der Kreditkarte, Zertifikat, Datenbank, E-Mail und FTP bis zu Webseiten und sogar Türschlössern. Hier bietet das Programm auch eine gute Anbindung an weitere Programme. So kann man direkt aus Revelation eine SSH-Sitzung beginnen oder einen FTP-Server in Nautlus einhängen. Nett. Welche Programme für welchen Zugangstyp verwendet werden, kann man selber festlegen.
Als zusätzliches Schmankerl gibts für GNOME-User noch ein Applet fürs Panel. Man kann damit über ein Suchfeld nach Passwörtern suchen oder sich selbst durch das Menü hangeln, ohne dass man Revelation starten muss.
Wie bei jedem Passwort-Manager lassen sich natürlich auch hier neue, sichere Passwörter generieren und vorhandene auf Sicherheit prüfen. Praktisch ist auch die Import/Export-Funktion, mit der sich die komplette Datenbank in die Formate von GPass, Password Safe 1.x + 2.x, PasswordGorilla, MyPasswordSafe und SplashID importieren bzw exportieren lassen. Simple XML-Dateien sind auch möglich. Auf diese Weise verhindert man einen Lock-in-Effekt und kann seine Passwörter jederzeit wieder aus dem Programm bekommen.
Was Revelation noch nicht kann ist die Möglichkeit, ein Ablaufdatum für temporär gültige Passwörter festzulegen. Unter KeePass kann man hier Einträge ablaufen lassen und am Tag X ausgrauen bzw. löschen lassen. Dateien anhängen geht auch nur begrenzt, z.B bei der Vorlage Schlüssel. Weiterhin läuft das Programm nur unter Linux. Will man die Daten auf verschiedenen Plattformen verwenden, muss man vorher zuerst in das passende Format exportieren.
Auto-Type, was beim im letzten Artikel vorgestellten Sleutel nicht ging, ist in Revelation zwar verfügbar, allerdings in einer etwas anderen Weise. Hierfür einfach folgenden Befehl ausführen:
$ gconftool-2 --set --type bool /apps/revelation/clipboard/chain_username true
Konsolen-Verweigerer können natürlich auch den grafischen Dialog unter Bearbeiten->Einstellungen bemühen.
Anschließend wird, wenn man die Funktion Passwort kopieren aufruft zuerst der Nutzername in die Zwischenablage kopiert. Auf einer Webseite fügt man ihn in das Benutzernamen-Feld ein, Revelation merkt das und kopiert das Passwort in die Zwischenablage, welches man dann ins Passwort-Feld kopieren kann. Halbautomatisch also.
@ucn|: Danke nochmal für den Tipp!







